Aus dem Tschechischen von Doris Kouba. "Für einen ganz und gar eigenen Mann hätte ich keine Zeit." Eine halbwegs gebildete Prostituierte Anfang dreißig, die ihre Kunden in ihrem Prager Appartement empfängt, erzählt in einer überraschenden Mischung aus Vulgärjargon und poetischer Sprache atemlos von ihrem Denken und Sein. Religion, das Altern, die Männer und die Frauen, Sexualität, Konsum über alles und jeden macht sich die Erzählerin atemlose Gedanken. Ihre ungeschminkten Weisheiten sind geprägt von fantasievollen Assoziationen, die den Leser nicht nur aufgrund der überraschenden Schlussfolgerungen, sondern auch wegen der Sprache von Anfang an fesseln. Selbst wenn sich der Lebensraum auf das Appartement und das Einkaufszentrum beschränkt, so weiß sie doch genug vom Leben, um es dem Leser um die Ohren zu hauen: bitterböse, oft zynisch und manchmal schmerzhaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2013
Gift und Gags am laufenden Band, Sabine Berking ist ein bisschen aus der Puste nach dieser Lektüre. Das Leben einer modernen Prostituierten, die ihren Marktwert erhalten muss und die kein Wunsch mehr vom Hocker haut, präsentiert die Autorin Petra Hulova der Rezensentin zynisch, radikal und mit jeder Menge Spitzfindigkeiten. Daran dass die Autorin mit ihrem bitterbösen Blick auf die Feuchtgebiete der Lust und die Kampfzonen der Geschlechter voll im Trend liegt, scheint Berking keinen Zweifel zu haben. Wenn sie sich da mal nicht täuscht.
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