Herausgegeben von Reiner Speck und Florian Neumann. Die Welt feiert in diesem Jahr den 700. Geburtstag des italienischen Dichters Petrarca, der neben Dante und Boccaccio als einer der größten seiner Zeit gilt. Geboren in einer Epoche, die mit dem Frühhumanismus und der beginnenden Renaissance einen wahren Aufbruch zur Neuzeit einleitet, wurde er durch sein lateinisches Werk und seine italienische Dichtung deren erster Repräsentant und zum Intellektuellen im 14. Jahrhundert. Der vorliegende Band spiegelt mit den Essays namhafter Wissenschaftler und der von Florian Neumann kommentierten Bibliographie der Bibliothea petrarchesca Reiner Speck eine Werk- und Wirkungsgeschichte, die Petrarca in neuer Sicht erfahren lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2004
Karlheinz Stierle kann diesen "prächtigen, reichbebilderten Katalog" gar nicht genug würdigen. Zunächst einmal werde hier die einzigartige Petrarca-Samlung von Reiner Speck ohne Fehl und Tadel abgebildet und ebenso gewissenhaft wie gelehrt kommentiert. Der Kern der Sammlung seien Petrarca-Ausgaben, die den Übergang von handgeschriebenen zu gedruckten Büchern dokumentieren. Zugleich werde Petrarca selber als Sammler und dieser als ein neuer Typ des Intellektuellen in der frühesten Neuzeit in den Blickpunkt gerückt. Der Sammler, schreibt Stierle, erschloss Wissensgebiete, "von denen die verwaltete und institutionalisierte Wissenschaft noch nicht Besitz ergriffen hat und wo Neugier, eine Veranlagung zum privaten Studium auf eigenes Risiko und praktische Initiative des Auffindens eine Kohärenz des Wissbaren und Betrachtbaren herstellen, das es ohne das Projekt des Sammlers nicht gegeben hätte". "Ausgewiesene Petrarca-Kenner" steuern ebenso kurze wie einsichtsvolle Texte bei, Michael Krüger und Durs Grünbein warten mit Petrarca-Gedichten auf. Fazit: ein vielfältiger, anregender, schöner Band.
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