Aus dem Griechischen von Michaele Prinzinger. Er liebt es, Souflaki aus der Tüte zu esse, dabei im Wörterbuch zu blättern und sich die neuesten Amerikanismen einzuverleiben. Seine Arbeit bei der Athener Polizei ist im Gegensatz dazu kein Honiglecken. Aber auch im größten Trubel gelingt es Kostas Charitos stets, er selbst zu bleiben ? ein hitziger Einzelgänger, ein Nostalgiker im modernen Athen.
Keine Frage: Robert Brack hat einen Narren gefressen an Kommissar Charito. Und dies, obwohl - oder gerade weil? - Charito ein Anti-Held allererster Ordnung zu sein scheint: Er ist opportunistisch, schwitzt und quatscht zu viel, ist genervt und unmotiviert und auch noch feige. Dennoch: "Die internationale Kriminalliteratur ist um einen Helden reicher", findet Brack, der diese Figur deutlich glaubwürdiger findet als die "Designer-Protagonisten im globalamerikanischen Stil". Makaris beherrsche die "hohe Kunst des alltagsgeschwätzigen Dialogs", so Brack, der darüber hinaus den Unterhaltungswert und die Zugkraft des Buches begeistert hervorhebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.04.2000
Der Verlag hat "aus trüben Gewässern einen Goldfisch geangelt", meint Hans W. Korfmann, der ganz begeistert ist von dem cholerischen Ekelpaket Kommissar Charitos. Zwar könne es ein Weilchen dauern, bis man sich der Leser mit ihm anfreunde, und auch die Themen in diesem Roman wirken auf den ersten Blick eher effekthascherisch und wie eine Zusammenstellung aus "Überschriften der Boulevardzeitungen", so der Rezensent. Er lobt allerdings, dass Markaris - obwohl er beiläufig etliche Missstände in Griechenland anspricht - nie moralisierend den Zeigefinger hebt. Dazu wäre Charitos wohl auch kaum der richtige Mann, denn glaubt man Korfmann, so hat ihn der Autor mit nur allzu menschlichen Schwächen ausgestattet. Dennoch mache er als Kommissar "seinen literarischen Vorgängern keine Schande", und am Ende löst sich viel Kompliziertes denn auch ganz logisch auf. Korfmann hat anscheinend normalerweise nicht viel übrig für griechische Autoren. Hier macht er eine Ausnahme. Markaris` "mediterrane Leichtigkeit", seine "Lust am Fabulieren", so merkt er zufrieden an, sei eher untypisch für griechische Intellektuelle.
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