Aus dem Amerikanischen von Hannes Meyer. Am Ende zählt nur eins: auf der richtigen Seite stehen. Doch für die vier Menschen in dieser Geschichte, alle aus Idealismus an einen Ort der Gewalt im kolumbianischen Dschungel gekommen, ist die Grenze zwischen Gut und Böse längst verronnen. Sie setzen ihr Leben ein - als Mitglied der US-Special-Forces, als Journalistin, Patriot, Guerillero -, sie kämpfen um das Schicksal eines Landes, dessen Fundamente abgetragen wurden, von falschen Freunden in Washington, den Drogen, jahrzehntelangen Heilsversprechen. Und sie suchen mit aller Kraft Antworten auf eine Frage: Was heilt die Wunden der Geschichte, was lässt den Schmerz vergessen und an das Gute glauben?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2022
Rezensentin Renate Wiggershaus bewundert die literarische Entwicklung des ehemaligen Marines Phil Klay vom dokumentierenden Public Affairs Officer im Irakkrieg bis zum Romanautor, dem es gelingt, seine Erfahrungen von Krieg und US-Drohnenkampf mittels "exakter Fantasie" in einen symbolträchtigen, spannenden wie raffiniert erzählten Text zu verwandeln. Am Beispiel Kolumbiens und der Emirate schildert der Autor eine konfliktgeschwängerte Welt, in der sich die USA immer wieder zum Weltherr aufschwingen, erklärt Wiggershaus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2022
Schon seit Phil Klays Erzählband "Wir erschossen auch Hunde" über den Irakkrieg ist Rezensent Florian Keisinger Fan des amerikanischen Autors und Ex-Marine. Dessen nun vorliegenden Debütroman findet der Kritiker noch besser, da reifer. Aus vier Perspektiven erzählt ihm Klay vom Bürgerkrieg zwischen Drogenkartellen, Staat, Guerillabewegung und Paramilitär in Kolumbien: Keisinger folgt hier der Ex-Irakkriegsberichterstatterin Lisette, die von einem Drogenbaron entführt wird, dem amerikanischen Soldaten Mason, dem kolumbianischen Liaison-Offizier Juan Pablo und Abel, der rechten Hand des Drogenbosses. Einen so aktuellen und "verstörenden" Roman über die Vereinigten Staaten hat der Kritiker lange nicht gelesen.
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