Ein Gespenst geht um in Europa: der Neoliberalismus. Der Neoliberalismus ist zu einem meist negativ konnotierten Schlagwort verkommen. Dieses Buch möchte einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte leisten und die geistes- und zeitgeschichtlichen Ursprünge des Neoliberalismus erhellen. Der Wirtschaftshistoriker Philip Plickert analysiert den Niedergang des klassischen Liberalismus und dessen Krise im frühen 20. Jh. In der Zwischenkriegszeit entwickelten sich vier Zentren eines erneuerten Liberalismus: Wien, London, Freiburg und Chicago. 1947 gründete Friedrich August von Hayek die Mont Pelerin Society (MPS) als Sammlungspunkt der versprengten und marginalisierten Neoliberalen
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2008
Mit geradezu glänzenden Augen hat der hier rezensierende Ökonom Gerd Habermann dieses Buch aus den Händen gelegt, in dem er jetzt schon einen Klassiker der Wirtschaftsliteratur erblickt. Der FAZ-Autor Philip Plickert zeichnet darin die Geschichte der ur-liberalen Mont Pelerin Society nach, zu der auch der Rezensent selbst gehört (und was zu erwähnen er wohl nur vergessen hat). Auch wenn Habermann betont, dass sich hier ein sehr breites Spektrum liberaler Theoretiker versammelte - von Hayek und Mises über Popper und Rawls bis zu Eucken -, gibt er leider keine nähere Bestimmung des Begriffs Neoliberalismus, der sich doch offenbar recht entschieden gewandelt hat, und geht auch sonst wenig auf das Buch ein. Habermann kommt es vor allem darauf an, die "glänzende Minorität" des Liberalismus noch einmal ins richtige Licht zu setzen - gegen den "Leviathan" des Wohlfahrtsstaates, "autoritären Etatismus" und die Staatsquote.
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