Irmgard Zündorf

Der Preis der Marktwirtschaft

Staatliche Preispolitik und Lebensstandard in Westdeutschland 1948 bis 1963
Cover: Der Preis der Marktwirtschaft
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2006
ISBN 9783515088619
Kartoniert, 313 Seiten, 62,00 EUR

Klappentext

Die Soziale Marktwirtschaft gilt als eines der Fundamente des ökonomischen Wohlstands und damit auch der politischen Legitimität der Bundesrepublik. Zu den wesentlichen Prinzipien dieses ordnungspolitischen Konzepts gehört die Koordination von Angebot und Nachfrage durch Preise, die sich ohne staatliche Beeinflussung auf Wettbewerbsmärkten bilden. Tatsächlich wurden in den fünfziger Jahren jedoch die Preise für einen erheblichen Teil des privaten Verbrauchs staatlich administriert. Der Lebensstandard der Bevölkerung, der für die gesellschaftliche Akzeptanz eines neuen Wirtschafts- und Herrschaftssystems von erheblicher Bedeutung war, wurde also in nicht unerheblichem Maße durch eine staatliche Preispolitik beeinflusst, die eigentlich im Widerspruch zu diesem System stand und dennoch seinen Erfolg absicherte. Die Studie untersucht Motive, Akteure und Ergebnisse der staatlichen Preispolitik in der Ära des Wirtschaftsministers Ludwig Erhard und eröffnet damit eine neue Perspektive auf die praktische Umsetzung des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2006

Offenbar mit Interesse hat Rezensent Philip Plickert diese "detaillierte Studie" gelesen, in der Irmgard Zündorf die staatliche Preispolitik der Bundesrepublik in den Jahren 1948 bis 1963 untersucht. Besonders berücksichtige die Autorin die Entwicklung in der Wohnwirtschaft und auf dem Agrarmarkt, der bis heute nicht dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb unterliegt. Dabei geht sie auf die Motive der verschiedenen Beteiligten wie Regierung, Verbände, Lobbies und Verbraucher ein. Der Rezensent findet an alldem offenbar nichts zu kritisieren, hegt jedoch leise Zweifel an der These der Autorin, dass staatliche Interventionen in die Marktwirtschaft deren Akzeptanz in der Bevölkerung der jungen Bundesrepublik befördert haben, und fragt sich, ob eine weiter gehende Liberalisierung sich nicht positiver auf den Lebensstandard und die Zustimmung der Bevölkerung ausgewirkt hätte.

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