Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. Wie wäre es, wenn man sich Kafka in Auschwitz vorstellte, fragt sich Roth in einem ergreifenden Aufsatz über einen der Schriftsteller, die ihn am meisten geprägt haben. In den hier versammelten Aufsätzen und Interviews aus den Jahren 1961 bis 1985 würdigt einer der bedeutendsten lebenden Schriftsteller wichtige Autoren, die sein eigenes Schreiben geprägt haben ebenso wie Kundera, den Roth überhaupt erst im englischen Sprachraum bekannt gemacht hat. Und er schreibt aus geraumem zeitlichen Abstand über seine eigenen Bücher, wie "Mein Leben als Mann" - dem Rosettastein in seinem Werk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Als Selbstporträt des Schriftstellers in jungen und mittleren Jahren taugt dieses Werkstattbuch mit Interviews, Artikeln und Essays vorzüglich, lobt Thomas David. Am meisten über Roth hat er in dem Interview gelernt, dass der Autor mit sich selbst führte. Mit Selbstironie und Akkuratesse betrachte Roth immer wieder die eigene Entwicklung als Schriftsteller. In anderen Gesprächen und Artikeln verhandelt er die Schwierigkeiten, ein Jude zu sein, wehrt sich gegen die Antisemitismus-Vorwürfe seiner Gegner oder steckt das literarische Terrain ab, in dem er sich in den folgenden Jahren bis in die Gegenwart bewegen wird. Literarisch wusste Roth zwar schon früh, was er wollte, so dass die Überlegungen von damals teilweise auch noch für seine letzten Bücher gelten. Trotzdem bedauert David, dass diese ursprünglich 1975 herausgegebene und in den achtziger Jahren erweiterte Sammlung nicht auch jüngere Wortmeldungen Roths beinhaltet, so "faszinierend" das Ganze auch heute noch ist.
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