Dieses Buch thematisiert die Polarisierung und Pluralisierung der Gesellschaft in den Achtzigerjahren aus landesgeschichtlicher Perspektive. Im Zentrum steht die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zwischen konservativer Hegemonie und sozialen Aufbrüchen auch im Protest. Beleuchtet werden damit auch neue Aspekte der jüngsten Zeitgeschichte Baden-Württembergs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2024
Wer wissen will, wie Baden-Württemberg zu dem Bundesland geworden ist, das wir es heute kennen, der sollte laut Rezensent Rüdiger Soldt dieses Buch lesen. Der von Philipp Gassert, Maike Hausen und Reinhold Weber herausgegebene Sammelband untersucht die baden-württembergischen 1980er Jahre, die politisch, lernen wir, von Lothar Späth geprägt waren, einem CDU-Ministerpräsidenten, der mit absoluten Mehrheiten regieren konnte und heute wohl als Populist bezeichnet würde. In seine Regierungszeit fiel ein struktureller Wandel, alte Industrien, wie etwa Textil, sterben ab, während, zum Beispiel, Ulm und Karlsruhe zu Wissenschafts- beziehungsweise Technikstandorten werden, erfährt Soldt. Natürlich war nicht alles Gold was glänzt: Der Abbau auch im Elektroniksektor konnte trotz Innovationen nicht gestoppt werden, erfährt der Kritiker. Weiterhin hebt Soldt den Beitrag Sven Reichardts heraus, in dem es um den Aufstieg der Grünen und eines emotionalen Politikverständnisses geht, der ins Konservative Lager hinein anschlussfähig war. Auch heute kann man noch von Späths Politikmodell lernen, beschließt Soldt seine positive Rezension.
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