Aus dem Französischen von Christoph Schuler und Kurt Wagenseil. "When I turned eighteen, Uncle Sam said he?d like me to put on a uniform and go fight a guy by the name of Adolf. So I did." (Alan Ingram Cope) Als Achtzehnjähriger wurde Alan Cope 1943 eingezogen, um in den Krieg zu ziehen. Er landete 1945 in Frankreich, überquerte den Rhein und fuhr mit General Patton bis nach Prag, um schließlich 1946 in Bad Wiessee am bayrischen Tegernsee zu landen. Fünf Jahre lang hat der einfache amerikanische Soldat Alan Cope dem Autor seine Sicht des zweiten Weltkrieges erzählt. Herausgekommen ist dabei eine detailreiche Geschichte von unten.
Rezensent Christoph Haas lobt Emmanuel Guiberts Comic "Alans Krieg", eine auf den Erinnerungen des ehemaligen GI Alan Cope basierende Graphic Novel, die den Zweiten Weltkrieg von unten schildert. Er sieht darin in erster Linie nicht einen Genrecomic, sondern einen autobiografischen Comic, der im Krieg spielt. Von anderen Kriegscomics unterscheidet sich "Alans Krieg" in seinen Augen durch die "extreme Entdramatisierung des Geschilderten". Nichtsdestoweniger zeichnet sich der Band für ihn durch hohe Spannung aus, was er darauf zurück führt, dass Alan Cope ein sehr interessanter Mensch gewesen sein muss. Das Werk dokumentiert mit seiner nuancierten, auf Farbe verzichtenden Darstellung des Geschehens seines Erachtens einmal mehr, was für ein "vorzüglicher Künstler" Guibert ist. Das letzte Viertel des Bandes über Copes spätere Wege und Irrwege kann zu seinem Bedauern mit dem Vorangegangenen nicht ganz mithalten. Das ändert für ihn allerdings nichts daran, dass dieses Werk unter den Kriegscomics "einen ganz eigenen Platz" einnimmt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2010
Dass sich der Comic durchaus als dokumentarisches Medium eignet, davon hat sich Thomas von Steinaecker längst durch Arbeiten von Art Spiegelmann oder Marjane Satrapi überzeugen lassen. Als Mitverfasser von "Der Fotograf", ein Fotografien und Zeichnungen vereinendes Album über die Arbeit der 'Ärzte ohne Grenzen' in den 80er Jahren in Afghanistan, hat Emanuel Guibert den Rezensenten ebenfalls begeistert. Sein neuer dokumentarischer Comic, in dem Guibert die Biografie eines amerikanischen Veterans des Zweiten Weltkriegs erzählt, hat in seinen Augen jedoch entscheidende "erzählerische Schwächen", wie er bedauernd feststellt. So bleibe der Protagonist merkwürdig konturlos, von inneren Zweifeln künde bestenfalls der unstete Lebenslauf, der den Veteranen in eine Feldpredigerausbildung und, nachdem er diese abgebrochen hatte, nach Frankreich führt, so Steinaecker unbefriedigt. Im Aufbau des Buches sieht er diese Profillosigkeit fortgeführt, am Ende reihen sich, wie er darlegt, nurmehr Anekdoten aneinander. Diese dramaturgischen Mängel findet der Rezensent umso beklagenswerter, als er in Guibert einen herausragenden Zeichner preist, der in "einzigartiger Technik" Bilder von bestechender Plastizität schaffe.
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