Herausgegeben und übersetzt von Herwig Görgemanns, Reinhard Feldmeier und Jan Assmann. Plutarchs Schriften sind eine der wichtigsten Quellen für das antike religionsphilosophische Denken. Als ehemaliger Apollon-Priester in Delphi besaß der im 1. Jh. n. Chr. lebende Schriftsteller wertvolles Insiderwissen; Schriften wie "Über den Aberglauben" und "Von der späten Strafe der Gottheit" bezeichnen Themen, die die Philosophen und die Theologen gleich welcher Glaubenrichtung oder Epoche immer wieder beschäftigt haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Von großem Einfluss aufs Abendland war Plutarch vor allem durch seine griechisch-römischen Doppelbiografien, die 1994 in der "Tusculum-Reihe" erschienen, die der AvS zeichnende Rezensent als "reichste und schönste Bibliothek der antiken Literatur" bezeichnet. Nun folgen die religionsphilosophischen Schriften, die vor allem durch ihre "Spannweite" für Erstaunen sorgen. Die wohl frühste der Abhandlungen, "Über den Aberglauben", erweist sich als außerordentlich skeptisch allem Aberglauben, allerdings auch dem Atheismus gegenüber. Um die "Theodizee-Frage" geht es in den anderen beiden Texten, von denen das Werk über "Isis und Osiris" eine bedeutende Quelle für die Kenntnis der altägyptischen Religion darstellt. Für alle drei Texte hält der Rezensent fest: Sie erweisen sich, in den Zeiten der neuerlichen Rede von einer "Achse des Bösen", als erstaunlich aktuell.
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