Aus dem Spanischen von Helmut Frielinghaus. Mit einem Nachwort von Walter Haubrich. Ein neugieriger kleiner Junge erforscht die Welt: Er beobachtet den Wetterhahn bei der Eidechsenjagd, nimmt ihn zur Strafe von seinem Platz und wirft ihn in die Esse. Aber dann freunden sich die beiden an, und der Junge lernt Außergewöhnliches von dem Hahn, bis er zu einem Präparator in die Lehre geschickt wird, der ihm zuerst einen Namen gibt: "Du hast Augen wie die Rohrdommeln. Ich werde dich Alfanhui nennen, denn das ist der Name, mit dem die Rohrdommeln einander rufen." Und nach und nach macht der Meister ihn mit der Natur vertraut, entdeckt ihm deren Geheimnisse. Mit wachen Augen sieht Alfanhui alles an, mit Hingabe lauscht er den Geschichten seines Lehrers. Schließlich gelingt es ihnen, Pflanzenvögel zu schaffen, doch den Dorfbewohnern kommt dies alles wie Hexerei und Teufelswerk vor, so dass sie eines Nachts das Haus in Brand setzen. Meister und Schüler müssen fliehen, die Abenteuer und Wanderungen des Alfanhui aber sind damit noch lange nicht zu Ende.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2004
Peter Kultzen kann die Wiederauflage dieses Romandebüts des spanischen Autors Rafael Sanchez Ferlosio von 1951 nur wärmstens empfehlen. Der begeisterte Rezensent verortet die Geschichte des "eigensinnigen" Jungen Alfanhui, der auf seinen Wanderungen durch Kastilien auch eine Reise ins Erwachsensein durchlebt, nicht nur in der Tradition der mittelalterlichen kastilischen Literatur und des Quijote, er sieht darin auch so etwas wie einen "kastilischen Niels Holgersson". Ein "genialer Erstling" ist dieser Roman, schwärmt Kultzen, der auch darauf hinweist, dass Ferlosio nach diesem Debüt nur noch mit einer Handvoll, wenn auch hoch gepriesener Bücher in Erscheinung getreten ist und somit zu den "großen Verstummern" der Literatur gehört.
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