Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Lissabon in einer Novembernacht 1942. Portugal hat ein britisches Ultimatum erhalten, in den Krieg einzutreten, doch der Machthaber Salazar zögert, noch liebäugelt er mit der faschistischen Achse. Angst vor dem Einmarsch der Nazis oder der Bombardierung durch die Alliierten bemächtigt sich der Stadt, die von Fremden wimmelt: Diplomaten in geheimer Mission, Spione beider Seiten, jüdische Flüchtlinge aus ganz Europa. Deren Hoffnung richtet sich auf die Boa Esperança, das letzte Schiff, das die Rettung vor der Deportation in die Konzentrationslager verspricht. In dieser angespannten Lage, wo jeder jeden verdächtigt, bangt der argentinische Konsul um die Ankunft einer großen Hilfslieferung aus Buenos Aires - er weiß nur zu gut, welch gefährlichen Auftrag er damit verfolgt und warum er sich darauf eingelassen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2011
Walter Haubrich empfiehlt noch einmal Lektüre für kalte Winterabende. Leopoldo Brizuelas traditionell gestrickter Roman, meint er, bietet dazu passgenau: anregende Dialoge, unterhaltsame Anekdoten, Amüsement ohne Oberflächlichkeit, Einsichten über den Fado und den Tango, über Portugal und Argentinien und jede Menge sympathischer Nachtgestalten mit unverwechselbarem Idiom. Dass der Autor sich mit der Nacht vom 18. November 1942, als im Hafen von Lissabon das letzte Schiff Richtung Argentinien aufbricht, ein dankbares Datum für so einen Roman ausgesucht hat, ist dem Rezensenten dabei klar. Flüchtingsschicksale und Spionagegeschichten, teils erfunden, teils historisch belegbar, Nostalgisches aber auch Humorvolles kommen da zusammen und machen das dicke Buch für Haubrich zum abwechslungsreichen, spannenden Leseerlebnis.
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