Rainer Moritz

Madame Cottard

Roman
Cover: Madame Cottard
Piper Verlag, München 2009
ISBN 9783492053587
Gebunden, 240 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Nach einem langen Tag in der Buchhandlung tritt Nathalie Cottard auf den kleinen Balkon ihres Appartements und atmet einmal kräftig durch. Unweit von Sacre-Coeur wohnt sie, unter sich die Dächer von Paris. Gleich wird Maman anrufen, es ist Mittwoch, und Nathalie wird wie immer nur zuhören, ihre Gedanken schweifen lassen. Unerwartet werden die Karten neu gemischt, als ein Wasserschaden ihr Appartement vorübergehend unbewohnbar macht. Ihr Nachbar, der zurückhaltende Deutsche Robert Bernthaler, bietet ihr verblüffend tatkräftig Hilfe an - ehe sich beide versehen, kommen sie sich bei einem Abendessen in seinem Appartement näher. Und bald schlendern sie gemeinsam über Friedhöfe am Montmartre, lassen ihr Leben bei Coq au vin und Rotwein Revue passieren und stellen sich die entscheidende Frage: Wie wäre es, der großen Liebe nicht mehr nur in Filmen, Chansons oder Romanen zu begegnen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2010

Einen herzhaften Verriss leistet sich Sabine Doering zu Rainer Moritz' Debüt "Madame Cottard", den sie nicht einmal als erbauliche Liebesgeschichte goutieren mochte. Wie in einem Flirt-Ratgeber, ätzt Doering, entwickele sich die Affäre des liebenswürdigen Weinkorkenhändlers Robert mit seiner Pariser Nachbarin, der natürlich bezaubernden Buchhändlerin Nathalie. Zu dick aufgetragen für den Geschmack der Rezensentin hat Moritz nicht nur Charme und Ironie und geistreich-witzige Dialoge, auch das Pariser Lokalkolorit nervte sie bald: Concierge, Montmartre, Chansons, l'amour - das kann die ordentlich in Fahrt gekommene Rezensentin nur als "Wellness für die Frau ab 40" empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2009

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke fühlt sich sehr gut unterhalten von dem "unaufdringlichem Charme" dieses Romandebüts von Rainer Moritz, den sie als veritablen "Tausendsassa des Buchbetriebs" schätzt. Vor allem zeigt sie sich darüber erleichtert, dass Moritz seiner leichten Liebesgeschichte zweier Spätzünder keine unnötigen Gewichte anheftet und die Klischeefallen elegant umschifft, die l'amour in Paris so mit sich bringt. Das gelingt ihm in den Augen der Rezensentin, weil sein Ton "unprätentiös schlicht, fast trocken" bleibt und sich auch bei der "Paar-Konstellation" angenehmer Realitätssinn bemerkbar macht, wie Maidt-Zinke in ihrer freundlichen Besprechung schreibt.

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