Luigi Nono und Helmut Lachenmann waren durch ein außergewöhnliches Lehrer-Schüler-Verhältnis verbunden. In Darmstadt 1957 zeigte sich der 21-jährige Student Lachenmann vom charismatischen Avantgardisten Nono derart beeindruckt, dass er zu diesem als Schüler nach Venedig ging. Ihre Beziehung erlebte Lachenmann fortan als "Gang durch die Klippen", mit intensivem Austausch von Ideen, Plänen und Kompositionen, persönlichen und künstlerischen Krisen sowie hitzigen Kontroversen, die zu Zerwürfnissen, einer mehrjährigen "Funkstille" und schließlich zur beständigen Freundschaft führten. Dokumentiert wird dies durch Briefe, Widmungen, Semesterberichte und Vortragstexte, die hier teils erstmals veröffentlicht und in den Kontext gestellt werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2014
Mit viel Lob bedenkt Rezensent Max Nyffeler den nun auf Deutsch vorliegenden Briefwechsel zwischen den Komponisten Luigi Nono und Helmut Lachenmann. Der Band, der über hundert Briefe, Kartengrüße und Telegramme zwischen 1957 und 1990 versammelt, zeichnet sich seines Erachtens durch Rainer Nonnenmanns wissenschaftlich exzellente Edition der Briefe sowie die eingehenden biografischen, zeitgeschichtlichen und werkanalytischen Erläuterungen aus. Der Briefwechsel erhält für Nyffeler dadurch gleichsam den Charakter einer "umfangreichen Doppelbiografie". Ausführlich schildert er die Beziehung der beiden Künstlerpersönlichkeiten, das sich von einem Schüler-Lehrer-Verhältnis zu einer Freundschaft wandelte, die auch Brüche und längere Zeiten der Funkstille verkraftete. Das Fazit des Rezensenten: ein eindrucksvolles Zeugnis einer besonderen Künstlerfreundschaft und zugleich ein Spiegel der Kunst- und Politik-Debatten der Nachkriegsjahrzehnte.
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