Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. In einer Gasse in Mekkas Altstadt wird eine unbekannte Tote gefunden, nackt, mit entstelltem Gesicht. Die Bewohner sind in Aufruhr, und allmählich kommen verborgene Geheimnisse an den Tag: verbotene Liebesbeziehungen, Familientragödien, aber auch zwielichtige Geschäfte inmitten dieser aufgewühlten Stadt, in der religiöse Tradition und brutale Spekulation aufeinanderprallen. Inspektor Nasser wird mit der Untersuchung beauftragt. Er taucht ein in die Lebensgeschichten von zwei vermissten Frauen, die an den Hindernissen ihrer Umgebung zerbrochen sind. Bald stößt er auf bedrohliche Mächte: Korruption und Immobilienprojekte bedrohen die alte, ehrwürdige, heilige Stadt Mekka. Raja Alems Mekka ist ein Ort der Gegensätze: aufrichtig und bestechlich, reich und arm, sündig und rein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.10.2013
Die Fülle des Personals und die verwirrende Handlung dieses Romans von Raja Alem haben die Rezensentin Angela Schader mächtig beeindruckt. Zusammengehalten von der poetischen Schilderungskraft der Autorin, wie Schader erläutert, treten Müllkönige, Modistinnen mit obskuren Kellergeschäften und Immobilienhaie zu Mekka auf. Die Umgestaltung der Heiligen Stadt ist denn auch ein Thema in diesem Buch, ebenso die repressive Seite der Religion und die so unterdrückten Begehrlichkeiten und nicht zuletzt die Vertreibung der Juden durch Mohammed. Das Ganze in einer Mischung aus Traum und Realität erzählt über einem vom Kriminalroman inspirierten Erzählgerüst, wie Schader schreibt. So weit, so gut für die Rezensentin, die in der ambitionierten Autorin eine wahre Scheherazade erkennt. Ein Nachwort, das ihr die kulturellen Implikationen des Textes erschließt, sucht Schader im Band allerdings vergebens.
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