Rasmus Engler, Jan Müller

Vorglühen

Roman
Cover: Vorglühen
Ullstein Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783550201493
Gebunden, 384 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Albert hatte kaum das geleerte Schnapsglas auf den Tresen gestellt, als Gernot mit schiefer Brille auf ihn zu stob und rief: "Weiter, weiter! Wir müssen weiter!" Gerade aus der oberbergischen Provinz nach Hamburg gezogen, findet sich Albert Bremer mitten im Irrsinn einer Nacht auf St. Pauli wieder. Er trinkt Großmutters Aprikosengeist und Unmengen von Bier, trifft die tollste Frau und die skurrilsten Typen, die er je gesehen hat. Und im Laufe weniger Stunden findet er Freunde, ein WG-Zimmer und eine Band. Vorglühen erzählt von Hamburg 1994 und von der Musik, die nach diesem Sommer ganz Deutschland begeistern wird. Vom Aufbruch aus der Provinz in die Großstadt, von alkoholgeschwängerten Nächten und Tagen, von Rausch und Begeisterung, von Freundschaft, Liebe, Verrat und Enttäuschung. Vom elektrisierenden Gefühl, an dem Ort zu sein, an dem gerade etwas ganz Großes entsteht.  

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.09.2022

Rezensent Jens Uthoff findet Gefallen an Jan Müllers und Rasmus Englers "Vorglühen". Die beiden Musiker haben mit diesem Buch der Neunzigerjahre-Indieszene von St. Pauli ein Denkmal gesetzt, meint Uthoff. Er folgt interessiert dem neuen Alltag des Protagonisten Albert, der für sein Studium nach Hamburg-Barmbek zieht und kopfüber in dieses Musik-geprägte Milieu eintaucht. Das ist dem Rezensenten zufolge nicht nur sprachlich authentisch, sondern bietet ein sitzendes Repertoire an Setting, Figuren und Plot. Es überrascht Uthoff kaum, dass die Renaissance dieser Szene gerade jetzt kommt - schließlich leben wir gerade in einer von Krisen geprägten Zeit, in der man sich die entspannteren Moraldebatten und weniger groß erscheinenden Krisen der neunziger Jahre zurückwünscht. Mit dieser kurzweiligen, amüsanten Lektüre kann man jedenfalls bestens der Gegenwart entfliehen, schließt der Rezensent.

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