Tino Hanekamp

So was von da

Roman
Cover: So was von da
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2011
ISBN 9783462042887
Gebunden, 302 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Hamburg, St. Pauli, 31.12. Auf dem Kiez beginnt die irrste Nacht des Jahres. Nur Oskar Wrobel würde lieber liegen bleiben. Geht aber nicht. Weil ihm gleich sein Leben um die Ohren fliegt. Doch es kommt noch schlimmer... Oskar Wrobel betreibt einen Musikclub in einem alten Krankenhaus am Ende der Reeperbahn. Seine Freunde sind seltsam, aber großartig. Die Mädchen mögen ihn. Sein Leben ist ein Fest. Doch jetzt sieht es aus, als ob es zu Ende wäre. Denn während in den Straßen von St. Pauli die Böller explodieren, laufen die Vorbereitungen für die große Abrissparty. Oskar hat Schulden und keine Ahnung, was aus ihm werden soll. Zum Glück bleibt ihm kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn ein verzweifelter Ex-Zuhälter stürmt seine Wohnung, sein bester Freund zerbricht am Ruhm, die lebenslustige Nina malt alles schwarz an, im Club geht's drunter und drüber, und dann sind da noch der tote Elvis, die Innensenatorin und - Mathilda, Mathilda, Mathilda.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.05.2011

In "So was von da" hat sich Autor und Journalist Tino Hanekamp in die Unterwelt von Hamburg St. Pauli begeben und Rezensent Julian Weber damit ein Stück bester "Popliteratur" beschert. Mit viel "Drive" und in zurückhaltendem Ton erzähle Hanekamp, selbst in den Nullerjahren Clubbetreiber auf der Reeperbahn, von den letzten Stunden eines Musikclubs und den damit verbundenen Sorgen seines zu "Selbstbetrachtungen" a la Marc Aurel neigenden Protagonisten Oskar Wrobel. Hanekamp führe nicht nur die Vorbereitungen einer großen Partynacht zwischen Drogenexzessen und Ordnungsamt vor Augen, so Weber, sondern zeichne auch ein gelungenes Bild der Hamburger Klassengegensätze: reiche Elbvorort-Bewohner treffen auf "Hartz IV-Elend", Lokalpolitiker auf Antifa-Aktivisten. Dass der Autor damit Popkultur auch zum Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzungen macht, ringt dem Rezensenten höchste Anerkennung ab.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2011

Also, sehr viel ist es nicht, was dieser Roman von Tino Hanekamp beim durchaus geneigten Rezensenten hinterlässt. Wie eine gute Nacht im Club eben. Das politische Statement in Sachen Hamburg und seine Kunsträume, das Florian Kessler am Ende des Buches entdeckt, fällt bei all dem Gefeiere zwischen Wahnwitz und Weltuntergang eigentlich nicht ins Gewicht. Die Hauptfigur ist Clubbesitzer kurz vor dem Exitus und so dauerpleite wie dauerbedröhnt. Kessler stört das nicht. Die apokalyptische Weltsicht des Protagonisten findet er sogar derart speziell, dass ihm das Buch für einen Leander-Haußmann-Film zu schade erscheint.
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