Klappentext
Aus dem Englischen von Britt Somann-Jung: Schon als Mädchen rebelliert Peggy Guggenheim gegen die Etikette der New Yorker Upperclass. Nach dem Tod ihres geliebten Vaters ist sie kaum erwachsen, als sie die jüdische Familiendynastie verlässt, um sich in das aufregende Paris der 1920er Jahre zu stürzen: Pernod mit Djuna Barnes, Shootings mit Man Ray, Affären mit Samuel Beckett und Max Ernst. Ihre mondänen Partys schreiben Geschichte. Doch Peggy ist entschlossen, der Welt mehr zu hinterlassen.Von New York über Paris bis nach Venedig erzählt "Peggy" von der leidenschaftlichen Suche nach persönlicher Freiheit und vor allem vom Glauben einer jungen Frau an die transformative Kraft der Kunst - und an sich selbst.
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Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2025
Gleich zwei Bücher über Peggy Guggenheim darf Rezensentin Rose-Maria Gropp entdecken: Die reiche Erbin wurde 1898 geboren, 1912 verlor sie ihren Vater beim Untergang der Titanic, ihr Leben wird daraufhin von der emotional abwesenden Mutter und vom üppigen Treuhandfonds bestimmt. Über dieses Leben hat nun Rebecca Godfrey einen Roman geschrieben, fertiggestellt wurde er nach ihrem Tod von Leslie Jamison: Eine nahezu allwissende Ich-Erzählerin berichtet von Guggenheims Leben bis 1938, imaginiert Samuel Beckett als große Liebe und setzt viel Fantasie ein, um eine liebesverrückte und freigeistige Figur zu zeichnen, erfahren wir. Gropp empfiehlt eher Peggy Guggenheims Memoiren, um mehr über ihre Person herauszufinden. In der selben Kritik bespricht Gropp die Biografie von Mona Horncastle - siehe die Notiz zu diesem Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31.05.2025
Rezensentin Julia Voss kommt Peggy Guggenheim ziemlich nahe in diesem Buch. Dass es tatsächlich erschienen ist, ist, erläutert Voss, nicht selbstverständlich, schließlich starb Rebecca Godfrey, bevor sie es, nach viel Arbeit und langen Recherchen zum Thema, vollenden konnte, den Abschluss des Projekts übernahm dann eine andere Autorin, Leslie Jamison. Das in der ersten Person verfasste Buch greift außerdem zahlreiche Motive aus Peggy Guggenheims seinerzeit für viel Aufmerksamkeit sorgenden, offenherzigen Autobiografie auf, wobei Godfrey und Jamison, so Voss, nicht gar so rasant schreiben und einigen Spuren, die sich in diesem aufregenden Leben finden, ausführlicher nachgehen. Entlang des Buchs geht Voss auf einige Episoden im Leben Guggenheims ein, auf die vielen frühen Tode in ihrem Umfeld, auf die antisemitischen Vorurteile der amerikanischen High Society, mit der die Guggenheims zu kämpfen hatten, auf Freundinnen beziehungsweise Liebhaber Peggy Guggenheims wie Emma Goldman oder Samuel Beckett. Laut Rezensentin ist das meiste, was hier erzählt wird, historisch verbürgt und es erschließt einem wie nebenbei auch die Zeit, in der das Buch spielt. Vor allem aber, freut sich Voss, tauchen wir tief ein in dieses abenteuerliche Leben.