Aus dem Französischen von Ulrike Rehberg. Bär und Maus sind beste Freunde. Eines schönen Tages aber streiten sie sich fürchterlich. Aus lauter Wut, weil der Bär einfach zornig nach Hause gegangen ist, lässt die Maus ihm ausrichten, dass sie ihn nie wieder sehen will! Doch die Nachricht, die bis zur Bärenhöhle am Berggipfel überbracht werden sollte, kommt, weitergenuschelt und -gemurmelt, schließlich so ganz anders an als geplant. Was für ein Glück für Maus und Bär! Inzwischen tut es den zerstrittenen Freunden nämlich ganz schrecklich leid und sie vermissen sich sehr. Der Versöhnung steht nichts mehr im Weg. Wer das Spiel "Stille Post" kennt, ahnt schon, dass in dieser Geschichte nicht alles nach Plan läuft. Doch manchmal ist es gut, wenn das Schicksal oder - wie hier - eine genuschelte, verdrehte Botschaft dazwischenfunkt.
Das Kinderspiel "Stille Post" hat Jan Drees zufolge viel mit unserer Zeit zu tun, in der Desinformation gestreut wird, in der Hoffnung, dass sie sich verfängt. Umso besser, dass es zwei neue Kinderbücher gibt, die sich damit befassen: Bei Andrea Tuschka streiten sich Bär und Maus über mehrfache Kanäle, Maus' "mir tut überhaupt nichts leid" kommt beim Bär als "mir tut es furchtbar leid" an. Drees lobt neben der Versöhnungsgeschichte zudem, wie durch Rebekka Stelbrinks Illustrationen, die frei und kreativ zusammengesetzt werden, eine "eigensinnige Collage in Beinahe-3D" entsteht. Bei Nele Palmtag und Rike Drust schreien stattdessen ständig alle rum und verstehen sich trotzdem nicht, so Drees: Statt "Ihr könnt Euch mal gehackt legen!" werden von "Kackleben" bis "Er will mal meinen Mann pflegen" die verrücktesten Dinge gehört. In dem bunten, mit Tusche gestalteten Leporello zeigt sich für den Kritiker, dass wir lautstärkeunabhängig das hören, was wir hören wollen, wie er schließt.
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