Christiane von Korff, Avi Primor

An allem sind die Juden und Radfahrer schuld

Deutsch-jüdische Missverständnisse
Cover: An allem sind die Juden und Radfahrer schuld
Piper Verlag, München 2010
ISBN 9783492046985
Gebunden, 307 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Avi Primor über Deutsche, Juden und warum der Antisemitismus nicht zunimmt. Wenn es im Fernsehen um Israel, den Nahostkonflikt oder die Juden geht, kommt er meistens ins Bild: Avi Primor, früherer Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Zusammen mit der Journalistin Christiane von Korff legt er offen, was Antisemitismus heute ist - und was nicht. Den viel beschworenen und immer wieder befürchteten "neuen" Antisemitismus kann er jedenfalls nicht erkennen. Unverkrampft und sehr persönlich schildert Primor auch seine eigenen Erfahrungen als Israeli und Jude, die er im "Land des Holocaust" sammeln konnte. Nicht umsonst ist er der bis heute am häufigsten gerügte Botschafter Israels. Das Recht auf eine eigene Meinung ließ er sich von niemandem nehmen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2010

Voll des Lobs ist Rezensent Peter Münch über Avi Primors Buch "An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld". Er attestiert dem früheren israelischen Botschafter und seiner Koautorin Christiane von Korff, gründlich mit zwölf der hartnäckigsten Vorteile, die gegenüber den Juden im Umlauf sind, aufzuräumen. Die Widerlegung dieser Vorurteile - etwa der Meinung, die Juden drängten nach der Weltherrschaft, oder der Idee, der amerikanische Präsident sei eine Marionette der Juden - wertet er als überaus fundiert, kenntnisreich und nüchtern. Zudem findet er das Buch gut und immer wieder auch persönlich geschrieben. Er hebt hervor, dass es Primor in keiner Weise um Rechtfertigung oder Schönfärberei der israelischen Politik geht. Das Buch scheint Münch nicht zuletzt so "facettenreich und umfassend", weil die Autoren auch die "positiven" Vorurteile gegenüber den Juden auseinander nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2010

Für das Ziel eines aufgeklärten Verhältnisses zwischen Deutschen und Juden sei der in Tel Aviv geborene Autor und ehemalige Botschafter durchaus der Richtige, glaubt Rezensent Rolf Steininger, und so folgt er - allerdings mit etwas schulmeisterhaftem Blick - Avi Primors umfassenden Äußerungen zu den zwölf häufigsten Vorurteilen über Juden, genauso wie der noch ausführlicher beschriebenen Geschichte Israels und der Schilderung der aktuellen politischen Situation, welche der Autor scharf kritisiere und weswegen er auch einige Verbesserungsvorschläge liefere, wie zum Beispiel die Empfehlung, dass man "nur durch persönliche Verbindungen und das Kennenlernen" "Angst und Hass abbauen" könne. Für das Bemühen darum wünscht Rezensent Steininger dem Autor in jedem Fall viel Erfolg. Wenn Primor allerdings behauptet, beim Thema Antisemitismus sei Deutschland der interessanteste unter allen europäischen Staaten, gibt sich Steininger lieber bescheiden und das Lob an Österreich weiter, respektive den Schwarzen Peter.
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