1972 erlebte die Geburt des Rock'n'Roll-Messias Ziggy Stardust, dessen provokantes Spiel mit sexueller Identität und Geschlechterrollen den Grundstein für David Bowies Aufstieg zum "einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten" (New Musical Express) legte. "Starman" erzählt von Aufstieg und Fall des wohl berühmtesten Alter Egos der Musikgeschichte. Reinhard Kleist verwebt die Genese der schrillen Kunstfigur sowohl mit David Bowies glücklosem Bemühen in der Londoner Musikszene vor Ziggy Stardust wie auch mit seinem Ringen mit der eigenen Schöpfung auf dem Höhepunkt des Ruhms: Immer rasanter verwandelt sich Bowie selbst zum egozentrischen Rockstar, der an seinem ausschweifenden Lebensstil zu scheitern droht… Reinhard Kleists Zeichnungen werden in "Starman" durch die Farbgebung von Thomas Gilke kongenial ergänzt.
Rezensentin Stephanie Grimm lässt sich auf einen "wilden Ritt" durch Bowies frühe Jahre ein mit Reinhard Kleists Graphic Novel. Die knallige Farbigkeit, die der Kolorist Thomas Gilke in den Band bringt, passt laut Grimm gut dazu. Kleists Idee, Wegbegleiter auftreten zu lassen, entspricht laut Grimm Bowies eklektizistischer Arbeitsweise. Überzeugend zeigt der Band die Wandlungsfähigkeit des Künstlers anhand der Kunstfigur Ziggy, erklärt die Rezensentin. Auf atmosphärische Weise und mit nuanciertem Blick auf die Figuren kommt der Band Bowie recht nahe, findet sie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2021
Rezensent Christian Gasser kommt David Bowie sehr nahe mit Reinhard Kleists erstem Band einer Comic-Biografie über den Musiker. Wie Kleist versucht, Bowie über dessen Spiel mit Rollen zu begreifen, erscheint Gasser überzeugend. Passend dazu arbeitet der Zeichner mit verschiedenen, farblich voneinander abgesetzten (Zeit-)Ebenen, erklärt Gasser. So gut sich das Thema der Selbstinszenierung visuell umsetzen lässt, so gut eignet sich auch die Kunstfigur Ziggy Stardust und ihr "Tod" laut Gasser als "narrative Klammer". Beides nutzt der Autor geschickt und zeichnet ein atmosphärisch dichtes Bild des Stars in seiner Zeit, lobt der Rezensent.
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