"Menschlichkeit gewinnt" lautet die Kurzformel für die Führungs- und Organisationsphilosophie eines der großen Unternehmer des Zwanzigsten Jahrhunderts: Nach Reinhard Mohns Überzeugung sind Führung und Partnerschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen - im familiären Rahmen ebenso wie in der Arbeitswelt und der Politik - unabdingbare Voraussetzungen für ein erfolgreiches und friedliches Zusammenleben und die beständige Weiterentwicklung des Gemeinwesens. Säulen dieser Kooperation sind Führungsfähigkeit, Gemeinschaftsfähigkeit, Lernfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.08.2000
Wenn Rainer Hoffmann darauf hinweist, dass Mohn in diesem Buch eigentlich nur einen einzigen Gedanken vorstellt - wenngleich in durchaus verschiedenen Varianten - so klingt dies zunächst nicht besonders begeistert. Dennoch kommt Hoffmann am Ende seiner Rezension zu einem positiven Fazit. Er erklärt dem Leser, dass Mohn das `Konzept der Unternehmenskultur im Hause Bertelsmann` für beispielhaft hält - nicht nur für wirtschaftliche, sondern auch für "politisch-gesellschaftliche Bereiche", wobei sich Mohn nicht nur auf den Führungsstil in seinem Haus bezieht, sondern auch auf das `gesellschaftliche Engagement`. Hoffmann bewertet Mohns Ausführungen als "reflektierte Erfahrung" und weiß durchaus den praktischen Hintergrund von Mohns Thesen zu schätzen: Ein "bedenkenswertes Vermächtnis", resümiert der Rezensent.
Uwe Jean Heuser hat dieses Buch offensichtlich mit großem Gewinn gelesen. Man könne zwar an dem ein oder anderen Punkt "herummäkeln". Ihm gefällt jedoch, wie Mohn die Möglichkeit aufzeigt, wie sich zunehmend abflachende hierarchische Strukturen und Kreativität von Mitarbeitern mit einer notwendigerweise ordnenden Struktur in Verbindung bringen lassen. Dabei gehe Mohn auch auf die Motivierung von Mitarbeitern durch Vorgesetzte, sowie auf Schwächen und Lernbedarf von Führungskräften ein. Dass Mohn seine Thesen auch auf die Politik überträgt, könne man in einzelnen Punkten zwar kritisieren. Einig ist Heuser jedoch mit dem Autor, wenn dieser bei staatlichen Leistungen mehr Durchsichtigkeit bei "Zielen und (...) tatsächlichen Ergebnissen" fordert. Dies helfe beim Vergleichen und Urteilen und führe so zu einem "Dialog" mit dem Bürger.
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