Seit den 1930er Jahren wird über das "Trostfrauen"-System der japanischen Armee diskutiert und gestritten. Es belastet noch heute das Verhältnis Japans zu seinen Nachbarn, insbesondere Korea. Gestützt auf die wichtigsten Quellen stellt dieser Band die Geschichte des Diskurses über die "Trostfrauen" dar und erörtert und kommentiert die wichtigsten Narrative und die Gründe für ihr Scheitern. Er zeigt alternative Zugänge auf, beschreibt und bewertet die Denkmäler für "Trostfrauen" und begründet, warum die "Trostfrauen"-Frage auch Deutschland und die Deutschen unmittelbar betrifft. Als analytischer Bezugsrahmen dient die Diskurstheorie von Jean-François Lyotard.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2021
Rezensentin Anna Schiller bezweifelt, dass das Buch des Japanologen Reinhard Zöllner dazu beitragen kann, den Streit zwischen Südkorea und Japan über die "Trostfrauen" im Zweiten Weltkrieg zu schlichten. Zwar bedient sich der Autor laut Schiller einer Fülle von Primärquellen, wenn er vier den Diskurs bestimmende Narrative über das Thema ausmacht und diese mit Lyotard analysiert. Der Analyse aber folgen für Schiller im Buch keine wirklich brauchbaren Vorschläge für ein sinnvolles Gedenken an die Zwangsprostituierten. Lyotards Theorie scheint ihr für das zwischenstaatliche Problem nicht geeignet, da hier Geopolitik gefordert ist, wie sie meint.
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