Aus dem Französischen von Stefanie Günthner. Der Krieg ist nicht mehr die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, die Mittel haben sich verselbstständigt zur Fortsetzung des Krieges ins Unendliche, attestiert Girard in Fortführung des preußischen Militärhistorikers Carl von Clausewitz. Girard begibt sich in diesem Gesprächsbuch mit Benoît Chantre auf eine historische Exkursion durch die deutsch-französischen Beziehungen, debattiert über die Rolle der Kirche und des Papstes, die Ursachen des globalen Terrorismus und spricht eine eindringliche Warnung aus: "Ein Ende Europas, der abendländischen, ja der ganzen Welt ist möglich. Diese Möglichkeit steht heute sehr real vor uns."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2014
Michael Stallknecht lässt dem Autor einiges durchgehen. Wenn René Girard im Gespräch mit seinem Verleger (sein Eckermann, so Stallknecht), Clausewitz paraphrasiert und Schmitt kritisiert, um seine Einsichten zur aktuellen Weltlage zum Besten zu geben, zur Konfrontation des Westens mit Glaubenskriegern und russischer Expansionspolitik, findet das Stallknecht zwar monomanisch, idiosynkratisch und mitunter verirrt, doch bieten ihm Girards Ausführungen in einem immerhin sieben Jahre alten Buch auch Erhellungen zur Dynamik und zur Theologisierung des globalen Krieges. Dass der Autor öfter die Grenze zur Prophetie überschreitet, scheint Stallknecht gleichfalls zu dulden und schlägt den Kulturanthropologen sogar zum über die blinden Flecken der Vernunft hinausdenkenden Philosophen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 01.10.2014
Das anthropologische Grundgesetz aller Konflikte lautet "mimetische Rivalität", erfährt Thomas Assheuer in René Girards Gesprächsband "Im Angesicht der Apokalypse". Unterschiedliche Parteien begehren das gleiche Gut und gleichen einander in ihrem Bestreben es zu erlangen immer weiter an, erklärt der Rezensent. Das sei bereits dem General Clausewitz aufgegangen und erkläre die Kriege zwischen Deutschland und Frankreich ebenso wie den Irakkrieg und die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten, fasst Assheuer zusammen, der allerdings in Girards Gedankengängen Soziologie und Strukturanalysen vermisst. Für säkularistische Linke sei das Buch wahrscheinlich nichts, vermutet der Rezensent, dafür empfiehlt er es "politischen 'Realisten', Bellezisten, Imperiumsverstehern" und "Heldenverehrern", denen darin immerhin der christliche Boden unter den Füßen weggezogen werden könnte, so Assheuer.
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