Richard David Precht

Jäger, Hirten, Kritiker

Eine Utopie für die digitale Gesellschaft
Cover: Jäger, Hirten, Kritiker
Goldmann Verlag, München 2018
ISBN 9783442315017
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Dass unsere Welt sich gegenwärtig rasant verändert, weiß inzwischen jeder. Doch wie reagieren wir darauf? Die einen feiern die digitale Zukunft mit erschreckender Naivität und erwarten die Veränderungen wie das Wetter. Die Politik scheint den großen Umbruch nicht ernst zu nehmen. Sie dekoriert noch einmal auf der Titanic die Liegestühle um. Andere warnen vor der Diktatur der Digitalkonzerne aus dem Silicon Valley. Und wieder andere möchten am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und zurück in die Vergangenheit.
Richard David Precht skizziert dagegen das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter. Ist das Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kannten, überhaupt ein Verlust? Für Precht enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Doch dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2018

Rezensent Armin Nassehi gibt zu, dass Richard David Precht mit seiner Streitschrift für das bedingungslose Grundeinkommen einen Nerv trifft. Die Voraussetzungen für seine Forderung sieht der Autor in dem Umstand, dass der digitale Kapitalismus sich vom Betriebskapitalismus unterscheidet und auf menschliche Arbeitskraft schon bald nicht mehr angewiesen sein wird, erklärt der Rezensent. Für Nassehi liegt in dieser Feststellung schon ein Verdienst des Buches. Am stärksten scheint ihm Precht allerdings, wenn er Finanzierungsmodelle des BGE diskutiert. Ob sich die Dinge wirklich so entwickeln werden, wie der Autor darstellt, möchte Nassehi zwar abwarten, für Unbehagen und Diskussionsstoff sorgt der Band aber allemal jetzt schon, von manch allzu wohlfeiler Kulturkritik im Text einmal abgesehen, findet er.

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