Edition Tiamat, Berlin 2026
ISBN
9783893203390 Paperback, 312 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Immer wieder knöpft sich der Wiener Dichter und Gesellschaftskritiker Richard Schuberth identitätspolitische Diskursmoden vor. Deren israelfeindliche Exzesse seit dem 7. Oktober 2023 führten ihn zu den psychologischen und historischen Wurzeln des israelbezogenen Antisemitismus und zur Frage nach der Scheidelinie zwischen berechtigter Antisemitismusdiagnose und Diffamierung. In Form des literarischen Essays, der Analyse mit Witz und Sprachfantasie legiert, ergründet er dieses Minenfeld der ideologischen Verzerrungen, die ihm aus seiner eigenen Biografie nur zu vertraut sind. Er ruft dabei auch seinen einstigen Antisemitismus als junger Marxist sowie seinen Kulturrelativismus als junger Ethnologiestudent in den Zeugenstand. Worin besteht dieser neue Antisemitismus? Und wie neu ist er wirklich? Und wie lässt sich Kurs halten zwischen der Kritik antisemitischer Wahnbildung und Verständnis für Leid und Anliegen von Israelis und Palästinensern? Diesen Fragen geht Schuberth nach.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.05.2026
Es gibt noch Linke, die über die Linke staunen können. In 39 Essays arbeitet sich der österreichische Publizist Richard Schuberth am Phänomen des linken Antisemitismus ab und lässt die Leser - und den begeisterten Rezensenten Marko Martin - daran teilhaben. Die Frage, wie es nach dem 7. Oktober zu einer solchen Ballung des Hasses mit gutem Gewissen kommen konnte, ist auch nicht so leicht zu beantworten: Wie kann man "queer" sein und sich mit religiösen Extremisten solidarisieren, die Homosexualität verabscheuen? Wie kann man übersehen, dass viele Opfer des 7. Oktober selbst eher der "linken " oder "queeren" Szene zuzurechnen waren? Diese Rätsel kann auch Schuberth nicht lösen, aber Martin schätzt es sehr, wie sich der Autor ihnen in "in immer neuen, in ihrer Stringenz Erkenntnis fördernden Anläufen" annähert. Eine klare Leseempfehlung.
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