Übersetzung: Johannes Bruns, Peter Kathmann, Niklas Wünsch. Jeffrey Herf untersucht die theoretischen Ursprünge und die politischen Auswirkungen des modernen Antisemitismus. Dass die antisemitische Ideologie vor politischen Lagergrenzen nicht haltmacht, demonstriert er exemplarisch an der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts: Konservative Revolution, Nationalsozialismus, DDR-Antifaschismus, westdeutscher Antiimperialismus, aber auch der Islamismus und der Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 und die Reaktionen darauf - nichts davon kam oder kommt aus ohne den Hass auf das vermeintlich Jüdische. In 18 chronologisch geordneten, jedoch thematisch in sich abgeschlossenen Kapiteln bietet Herfs Buch eine Einführung in bedeutsame Quellen der modernen antisemitischen Tradition.
Als "Summe eines Forscherlebens" feiert Georg Beck die vorliegende Aufsatzsammlung, die über das gesamte Werk Herfs Aufschluss gibt. Herf, so erläutert der Rezensent,hatte in den achtziger Jahren anhand von Zeugnissen aus der Weimarer Republik aufgezeigt, dass sich auch die technische Moderne - etwa bei Ingenieuren - mit reaktionären Diskursen bestens verbinden konnte. Herf wurde zu einem der wichtigsten Historiker des deutschen Antisemitismus, machte hier aber nicht halt, so Beck weiter, denn er war einer der ersten, die auch linken und vor allem islamischen Antisemitismus untersuchten. Besonders die Figur des Muftis von Jerusalem, der intensiv mit den Nazis zusammenarbeitete und an ihrem Projekt des Völkermords beteiligt war, ist hier hervorzuheben. Für Beck liegt in diesem Antisemitismus gerade von palästinensischen Funktionären eine der größten Kontinuitäten zum Antisemitismus der Nazis - auch weil es so etwa wie eine historische Aufarbeitung in der arabischen Welt niemals gab. Inzwischen hat sich dieser Antisemitismus mit dem der "antizionistischen" Linken verschmolzen - eine weitere Form des Antisemitismus, die zu analysieren ist, wie Beck aus dem vorliegen Buch lernt.
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