Richard Swartz

Wiener Flohmarktleben

Cover: Wiener Flohmarktleben
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2015
ISBN 9783552057395
Gebunden, 192 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Auf dem Flohmarkt in Wien entdeckt der Erzähler ein altes bemaltes Glas mit einer Wiener Stadtansicht. Ein solches Glas stand auch auf der Fensterbank der Großmutter, bis es eines Tages zu Bruch ging. Die Großmutter lebte mit einem verkrachten Künstler zusammen, der die Bilder anderer Maler "frisierte" und dabei auch den kleinen Jungen zu Hilfsdiensten heranzog. Bis der Betrug eines Tages aufflog und Onkel Acke für eine Weile im Gefängnis verschwand. Richard Swartz erzählt vom Wiener Flohmarkt und dessen Rolle in seinem Leben, von den Händlern und Antiquitäten dort, und mit großer Klugheit davon, was die Zeit aus den Menschen und ihren persönlichen Dingen macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.01.2016

Christoph Bartmann wundert sich ein wenig, dass vor Richard Swartz noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein Buch über den Wiener Flohmarkt auf der Wienzeile zu schreiben. Denn was Swartz in "Wiener Flohmarktleben" schildert, schreit im Grunde danach, erzählt zu werden, findet der Rezensent. Zum einen geht es allgemein um die Faszination für alte Sachen, die Vergangenheit in sich tragen, fürs Feilschen und Sammeln und Haben, erklärt Bartmann, zum anderen erweist sich der Autor aber auch als genauer Beobachter typischen Verhaltens - vielleicht ein Vorzug des Zugezogenen, vermutet der Rezensent -, wenn er das Treiben auf der Wienzeile beschreibt, und die Dialoge in Mundart nacherzählt, fasst Bartmann beglückt zusammen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2016

Rezensent Nico Bleutge freut sich an Richard Swartz und seiner mäandernden Prosa, wie Verena Reichel sie aus dem Schwedischen ins Deutsche gebracht hat. Als Buch der Wahrnehmung begreift der Rezensent den Text und lässt sich vom Erzähler mitnehmen in die vor Dingen und Erinnerungen starrende Stube der Großmutter und über die Flohmärkte Wiens. Porträts entstehen vor den Augen des Rezensenten und eine Familiengeschichte, mal ironisch, mal ausufernd kommentierend berichtet, meint er, und immer mit einem Sinn für Gerüche, Töne und das Vergehen der Zeit.

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