Aus dem Ungarischen von Andrea Ikker. Sankt Gallen, im Jahr 973. Der Mönch Alberich bekommt einen heiklen Auftrag. Er soll die Legende seines Lehrers Stephanus Pannonius für dessen Heiligsprechung verfassen. Doch schon vor der Niederschrift entdeckt er, dass Stephanus keinen Märtyrertod gestorben ist, sondern sich ganz in der Nähe des Klosters versteckt hält. Von ihm erfährt er eine ganz andere Version einer abenteuerlichen Reise: Kurz nachdem er den sicheren Boden Bayerns verlassen hat, wird Stephanus von Türken verschleppt. Ein Vogel- Amulett bringt ihn mehr und mehr in Schwierigkeiten. Plötzlich ist für ihn auf nichts mehr Verlass, nicht einmal auf die eigene Herkunft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2008
Judith Leister hat sich gern von diesem historischen Roman des ungarischen Autors Robert Hasz fesseln lassen, der tief in die Geschichte und die Gründungsmythen Ungarns hineinführt. Kernthema dieses im 10. Jahrhundert spielenden, überaus spannenden Romans ist die "Macht der Geschichtsschreibung und der Legendenbildung", glaubt die Rezensentin. Der Mönch Stephanus begibt sich auf eine gefährliche Reise, um den ungarischen Stämmen ohne Wissen des Kaisers Otto, der sie 955 bei Augsburg besiegt hat, ein Friedensangebot zu unterbreiten; er wird zum Spielball widerstreitender Mächte, die Kirche schreibt, ungeachtet, dass die Mission scheitert, seine "frei erfundene Heiligenlegende", fasst die Rezensentin zusammen. Sie preist Hasz als Meister der Doppelbödigkeit, der in seinem Roman äußerst fesselnd ungarische Mythen und Geschichte erzählt und dabei gleichzeitig auf "nationale Mythografie" verzichtet, wie Leister dankbar betont.
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