Die vorliegende Biographie legt insbesondere einen Fokus auf die oftmals vernachlässigte zweite Hälfte von Löwenherz' Herrschaftszeit, welche den facettenreichen Akteur Richard I. am deutlichsten erkennen lässt. Sie zeigt eine charismatische und hoch begabte, aber auch rätselhafte und abgründige Persönlichkeit, die eine Ausnahmeerscheinung des Mittelalters war. Es ist kein Zufall, dass sich gerade um Richard Löwenherz so viele Legenden ranken. 2007 jährt sich der 850. Geburtstag von Richard Löwenherz. Wenige vormoderne Herrscher verfügen heute noch über einen ähnlichen Bekanntheitsgrad, wenige erfuhren eine eindimensionalere Beurteilung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2007
Überzeugt ist Rezensent Michael Borgolte von dieser Biografie Richard Löwenherz', gegen die er einzig einzuwenden, dass der von Robert-Tarek Fischer bemühte "Mythos" doch schon reichlich verblasst sei. Er ordnet das Buch dem Genre der "theoretisch unbeschwerten Biografik" zu, die dem Leser auch die unablässige Folge kriegerischer Auseinandersetzung weitestgehend erspart. Stattdessen, so der Rezensent, schildere Fischer den englischen König als charismatischen Herrscher, der kraft seiner Persönlichkeit das sich von Schottland bis zu den Pyrenäen erstreckende Reich zusammenhielt, und zwar trotz seiner Kreuzzüge und Gefangenschaft. Aber der Rezensent hat dieser Biografie auch entnommen, dass es gerade Löwenherz' Charisma war, das staatliche Strukturreformen fatalerweise unnötig machte. Schockiert entnehmen wir der Rezension auch, dass der Normanne Richard überhaupt kein Englisch sprach.
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