Alfred Payrleitner

Österreicher und Tschechen

Alter Streit und neue Hoffnung
Cover: Österreicher und Tschechen
Böhlau Verlag, Wien 2003
ISBN 9783205770411
Gebunden, 304 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Österreicher und Tschechen - das war schon immer eine spannungsreiche Geschichte. Sie bedeutete eifersüchtige Konkurrenz, aber auch nahe Verwandtschaft, Anziehung und Abstoßung, seit 1400 Jahren. Keine andere erhält sich so hartnäckig in der Erinnerung: Beim Streit um das Atomkraftwerk Temelin gab es plötzlich Vorwürfe wegen der Schlacht am Weißen Berg, die fast vierhundert Jahre zurückliegt. Verschieden in ihrer Herkunft, sind sich die Nachbarn ähnlich in ihrer historischen Rolle. Prag liegt geographisch näher zu Deutschland als Wien, und die Przemysliden waren noch vor den Habsburgern da, auch an der Donau. Stets lieferte Böhmen Menschen und Geld, doch die Schwerpunkte der Macht lagen meist außerhalb. Bis Adolf Hitler und Josef Stalin das politische Gebilde Mitteleuropas zerstörten. Inzwischen haben sich die politischen Gewichte neuerlich verschoben und der Kontinent sucht nach eigenen Konturen. Abermals sind Österreicher und Tschechen gefordert. Alfred Payrleitner versucht in diesem Buch, die weißen Flecken im Bewusstsein der beiden Nachbarn aufzufüllen - mit Schilderungen über die Träume und Alpträume, historischen Kreuzungspunkte, aber auch verpassten Chancen der gemeinsamen Geschichte, bis zur Gegenwart und den Stichworten Temelin und Benes-Dekreten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2003

Das Verhältnis zwischen Tschechen und Österreichern ist von jeher ein schwieriges gewesen, und Alfred Payrleitner versteht es, dieses "höchst detailreich" nachzuzeichnen, lobt der "Jdl" zeichnende Rezensent. Payrleitner sei in seiner Beschreibung "plastisch, aber nie plakativ". In einem Punkt jedoch divergieren die Ansichten von Autor und Rezensent: Während der Autor durchaus neue Hoffnungen bezüglich des Zusammenlebens zwischen Tschechen und Österreichern sieht, vertritt der Rezensent die Ansicht, dass beide nach wie vor auf ihren Vorurteilen beharren, weshalb ihm bei Payrleitner bedauerlicherweise der Wunsch Vater des Gedanken zu sein scheint.

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