Beim Schreiben die Schwerkraft der Sprache aufheben: vierzig Gedichte aus Robert Walsers lyrischem Frühwerk. Sie behandeln Themen und Motive, die Walsers gesamtes Werk durchziehen: Landschaftsbeschreibung und Naturwahrnehmung, Arbeit im Büro und dichterische Freiheit, Liebe und Rückzug, Zeitlichkeit und Ruhe. An Motive der Romantik anknüpfend, greifen Walsers Gedichte Themen der Moderne auf und variieren virtuos die tradierte Formensprache.BeiseitIch mache meinen Gang; der führt ein Stückchen weit und heim; dann ohne Klang und Wort bin ich beiseit.
Band 8 der Berner Walser-Gesamtausgabe verdeutlicht dem Rezensenten Christoph Schröder, wie wenig fassbar Robert Walser als Autor ist, aber auch, wie originell. Zu erfahren ist beim Lesen der zwischen 1898 und 1900 entstandenen, von Lucas Marco Gisi, Thomas Studer und Hubert Thüring herausgegebenen Gedichte laut Schröder, wie Walser das eigene, in den Gedichten mehr noch als in der Prosa sichtbare Untergangspathos immer wieder konterkariert. Der Dichter tritt ihm als Erlösung Suchender entgegen, der einzelne Momente festhält, um der Vergänglichkeit zu entrinnen. Die als Faksimiles reproduzierten Radierungen von Walser Bruder Karl ergänzen die Texte laut Schröder.
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