Herausgegeben von Mathias Bertram. Mit einem Vorwort von Hans-Michael Koetzle. Der amerikanische Maler, Bildhauer und Fotograf Will McBride kam 1955 als Student nach Berlin. Er war fasziniert von der Lebendigkeit der Stadt, die ihm bis zum Mauerbau ungeachtet aller Konflikte den Aufbruch in eine neue Zeit zu verkörpern schien. Mit der Kamera in der Hand erforschte er ihre ungleichen, damals noch verbundenen Hälften und beobachtete die intensiven Anstrengungen des Wiederaufbaus. Zugleich schuf er durch Authentizität, Intimität und Dynamik bestechende Fotografien vom Aufbruch einer neuen Generation, die sich hier von überkommenen Zwängen zu befreien suchte und einen neuen, freieren Lebensstil entwickelte. Dabei verstand sich Will McBride keineswegs als strenger Dokumentarist, sondern als gestaltender Bildkünstler, der eigene Erfahrungen ins Bild setzen möchte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2014
Die 60er Jahre als kurze Phase der Unschuld, mit Jazz, Mode und Anarchie. So erscheint es Hubert Spiegel beim Anschauen der Fotografien von Will McBride aus dem Berlin der Jahre 1956-1963. Was zunächst grau und noch der unmittelbaren Nachkriegszeit anzugehören scheint, bekommt laut Spiegel plötzlich Farbe. Trümmer weichen Tanzclubs und Urbanität. Dass das Berlin jener Zeit durch die Linse des Amerikaners McBride, der als Kriegsfotograf begann, mitunter amerikanischer aussieht als Amerika selbst, aufregender auch - Spiegel erstaunt das.
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