Minutenglück - das heißt: im Vorübergehen ein Stückchen Seligkeit aufnehmen. Wer einmal nach einem warmen Sommerregen hinausgegangen ist und den Duft der frischen, nassen Erde eingesogen hat, der weiß: In Wahrheit sind es diese kleinen, kostbaren Momente des Glücklichseins, die zählen - und nicht das unerreichbare, große, abstrakte, erdrückende, gefährdete Glück. Minutenglück - das heißt, die kleinen, unbezahlbaren Dinge genießen: das zufällige Hören eines mehrstimmigen Gesangs aus einer Kirche; das abendliche Schwimmen in einem einsamen Waldsee; die Hand eines Kindes, die sich vertrauensvoll in die unsere schiebt; eine Siesta während eines heißen Urlaubstages; das genießerische Anprobieren und Auswählen neuer Schuhe; ein verliebter Blick im Vorübergehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2005
Momente, die das Leben lebenswert machen: einer Frau beim Schminken zuzusehen, die Zigarette danach, einen Klavierstimmer bei der Arbeit belauschen. Banale Ereignisse, menschen- oder naturgemacht, die durch die Leidenschaft, die der Erlebende hineinlegt, erst ihre Bedeutung erhalten. Eine "Phänomenologie des perfekten Augenblicks" legt Roland Kaehlbrandt vor, und Andreas Platthaus scheint mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen im Großen und Ganzen einverstanden. Jedenfalls macht er keine substanziellen Einwände geltend außer diesem einen, dass etwas zu häufig die Rede ist von einem "man", während doch aber der kleine, alltägliche Glücksmoment das Subjektive schlechthin ist und darum eindeutig nach dem "Ich" verlangt.
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