Aus dem Französischen von Leon Scholsky. Sie waren das Glamour-Paar der frühen Sechziger Jahre: Jean Seberg, das Gesicht der Nouvelle Vague, und Romain Gary, der preisgekrönte Bestsellerautor. Ihre Liebesgeschichte endete dramatisch. Mit "Clair de femme" setzte Gary der Liebe seines Lebens ein berührendes Denkmal.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2010
Als "Hohelied auf die Liebe" ließe sich dieser jetzt neu übersetzte Roman von Romain Gary, 1977 erschienen, beschreiben, allerdings klingt das in den Ohren des sehr eingenommen wirkenden Thomas Laux viel zu "trivial". Grundiert sei die Geschichte nämlich von Anfang an von tiefster Melancholie, die sich allerdings keinesfalls auf Garys Beziehung zu Jean Seberg reduzieren lasse, wie es zu Laux' Unmut der Klappentext suggeriert. Mit seinen verzweifelten und verstörten Protagonisten die sich zufällig in Paris treffen und eine Liebesnacht verbringen, formuliert Gary vielmehr ein "Liebesideal", wobei die mitunter geradezu "umwerfende Komik" jedes Kippen in die Schwülstigkeit wirkungsvoll verhindert, wie der Rezensent lobt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2009
Für Joseph Hanimann bezeugt diese überarbeitete Ausgabe der Erstübersetzung von "Die Liebe einer Frau" die Erzähl- und Dialogkunst Romain Garys sowie die Wirksamkeit der im Roman verfochtenen Überzeugung vom Leben als Paar (hier: zweier Egomanen). Allerdings fällt es Hanimann nicht immer leicht, die realen Ereignisse aus dem Dunstkreis des Buches (Jean Sebergs Verhältnis zum Autor und ihrer beider Selbstmord) auszublenden, zumal die Neuausgabe Fotos des Paares Seberg/Gary enthält. Gelingt es ihm doch, staunt er nicht schlecht, wie Gary "spätexistenzialistisch" die Aphorismen durch den Text wirbeln lässt und sich aus der mit reichlich Zigarettenrauch angereicherten Handlung besagte Erkenntnis herausschält, in Zeiten der Paarroutine sogar als "kühnes Pamphlet in Spiegelschrift".
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