Sybille Bedford

Rückkehr nach Sanary

Roman einer Jugend
Cover: Rückkehr nach Sanary
SchirmerGraf Verlag, München 2009
ISBN 9783865550620
Gebunden, 420 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Ein exzentrischer Vater, der in einem badischen Schloss seine mittelalterlichen Kunstschätze hütete, exzellenter Weinkenner war, aber sich lieber mit Eseln und Schafen als mit Menschen umgab; eine schöne, hoch gebildete, extravagante Mutter, deren zwanzig Jahre jüngerer italienischer Liebhaber aussah wie von Botticelli gemalt: Beste Voraussetzungen für eine aufregende, bewegte Kindheit und eine Lebensperspektive, die alles, bloß nicht Langeweile verhieß. So ist Billi, die Heldin dieses biografischen Romans in Deutschland, England, Italien und Frankreich gleichermaßen zu Hause, hat kaum eine Schule besucht, aber liest und parliert in vier Sprachen. Ihre emotionale und intellektuelle Reifeprüfung legt sie jedoch an einem kleinen Fischerort an der Cote d'Azur ab. Er wird lebenslang der Ort ihrer Sehnsucht bleiben...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2009

Hocherfreut nimmt Rezensentin Renate Wiggershaus diesen 1988 von der damals 77-jährigen Autorin verfassten, autobiografischen Roman zur Kenntnis. Denn mit jedem Buch Sybille Bedfords, das auf Deutsch erscheint, tritt für die Rezensentin " das Lebenswerk dieser herausragenden europäischen Schriftstellerin" umso leuchtender hervor. In diesem vielsträngig erzählten, hochkomplexen Roman gehe es um die "unsentimentale Erziehung" eines Mädchens zwischen zwei Weltkriegen, die bei aller Komplexität mit Witz und Humor beschrieben werde. Die Rezensentin versucht, einige Erzählstränge zu skizzieren, um ein Gefühl für die eindringliche Mischung dieses Buchs aus "Haltung, Realitätssinn und generöser Humanität" zu vermitteln, die aus ihrer Sicht die Literatur Bedfords kennzeichnet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2009

Ganz außerordentlich charmiert zeigt sich der Rezensent Martin Halter von diesen Erinnerungen der Autorin Sybille Bedford. Ja, er macht keinen Hehl daraus, dass ihm der Ton, der Stil, das ganze Buch sogar noch etwas besser gefallen hat als die Romane von Bedford, in denen, was hier mit Absicht über Stock und Stein springt, etwas "geglättet" vorgestellt wird. Kommentierfreudig schildert Bedford hier das Aufwachsen als von der meist mit Amouren befassten Mutter zum Vater ins Dorf Feldkirch abgeschobenes Kind. Weitere Stationen sind London, Italien und Südfrankreich. Ums Boheme-Leben geht es und um die finsteren politischen Zeiten auch. Bedford lasse, staunt Halter, einerseits wenig aus, bleibe andererseits doch in mancher Hinsicht sehr "diskret". Dies findet er ebenso gut wie die Tatsache, dass Bedford in diesem Buch immerzu mit sich selbst im Dialog bleibt, mit kommentierenden Interjektionen, ganz nach "Art lauten Denkens".
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