Ronald Dworkin ist einer der herausragenden Philosophen, dessen Arbeiten zum Egalitarismus nur noch durch das Werk von John Rawls übertroffen werden. Mit Was ist Gleichheit? liegen nun zentrale Texte Dworkins erstmals in deutscher Sprache vor. Sie entwickeln eine Theorie der Ressourcengleichheit, der zufolge eine Gesellschaft dann gerecht ist, wenn in ihr alle Ressourcen gleich verteilt sind. Dies bedeutet für Dworkin nicht, dass alle Menschen das gleiche Niveau an Wohlstand oder Lebenszufriedenheit erlangen können oder daß dies überhaupt wünschenswert wäre. Zwar sollte ein Staat individuell unabwendbare Unglücksfälle zu kompensieren suchen, es ist aber nicht seine Aufgabe, die Vor- und Nachteile zu egalisieren, die sich aus eigenverantwortlichen Entscheidungen ergeben. Gerechtigkeit, so Dworkins zentrale These, erfordert vor allem eine gleiche Ausgangsposition für alle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2012
Michael Pawlik ist das alles zu theoretisch, zu wenig orientiert an den biografischen Besonderheiten der Menschen. Was der amerikanische Rechtsphilosoph Ronald Dworkin, immerhin einer der renommiertesten seines Fachs, in diesem Band zum Thema Gleichheit und Gerechtigkeit ausheckt, basiert laut Pawlik auf Voraussetzungen, z. B. einer angenommenen Trennschärfe zwischen verdienten und unverdienten Vorteilen, die es so nicht gibt. Grundsätzliches möchte der Autor mit seiner Theorie der Ressourcengleichheit klären. Pawlik jedoch sieht in den vom Autor übrigens offen eingeräumten Problemen keine bloß technischen Schwierigkeiten, sondern Dworkins gesamte Konzeption über den Haufen werfende Tatsachen.
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