Zwischen Warschau, Lodz, Lublin und Danzig erkunden Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff in über zwanzig Interviews das Geschichtsgefühl und Erinnerungspotential unserer östlichen Nachbarn für eine gemeinsame europäische Zukunft. Was in Paris vor vier Jahren mit lebensgeschichtlichen Gesprächen für den ersten Band 'Von Buchenwald(,) nach Europa' begann, findet hier nun mit drei polnischen Generationen seine Fortsetzung. Herausgekommen ist eine Langzeitrecherche nach dem, was uns im Weimarer Dreieck zwischen Polen, Deutschland und Frankreich zu geschichtlichen Wesen macht: Das Nachdenken dreier Generationen über hundert Jahre erinnerter Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.09.2015
Arno Widmann betont die Wichtigkeit des von Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff herausgegebenen Bandes. Dass die 23 Gespräche mit Polen über Europa, die die Herausgeber zwischen 2013 und 2014 geführt haben, in großen Teilen von der Nazizeit handeln, scheint Widmann nachvollziehbar. Wie man in Polen Europa betrachtet, lernt er daraus allemal. Es scheint ihm auch sinnvoll, wenn hier auf ein bereits vergangenes Europa geschaut wird: das der Istanbuler Proteste und der Griechenlandkrise. So erkennt der Rezensent die Veränderungen besser. Das Interesse daran, wie die anderen Europa sehen, steht für Widmann am Beginn einer funktionierenden europäischen Gemeinschaft.
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