Was kommt nach dem Krieg? Wie lange dauert Demokratisierung? Seit den 80er Jahren verfolgt Ignatieff das Schicksal zerfallender Staaten im ehemaligen Jugoslawien und nun in Afghanistan. Seine Fronterfahrungen in Gebieten, wo warlords das Sagen haben, wo Hilfsorganisationen und Blauhelme im Ernstfall kapitulieren müssen, ist ernüchternd: Ja, es braucht eine machtvolle Drohkulisse. Doch wer, wie die USA, meint, mit einigen gezielten Luftschlägen lasse sich die Demokratie herbeibomben, macht es sich zu leicht. Zum nationalen Wiederaufbau, zur "Befreiungder Völker" von Tyrannen und Bürgerkrieg gehört ungleich mehr: eine stabile Regierung, Gesetze und Ordnung, die auch in den Provinzen beachtet werden. Die USA wollen heute Demokratie und Wohlstand verbreiten. Michael Ignatieff fragt: Sind sie für einen weichen Imperialismus der Selbstbestimmung tatsächlich vorbereitet?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.08.2003
Ähnlich wie Michael Mann in seiner Analyse "Die ohnmächtige Supermacht" konstatiert auch Michael Ignatieff in "Empire lite" das Fehlen an wirklich "konsequentem Sendungsbewusstsein" von Seiten der USA, berichtet Rezensent Matthias Penzel. Allerdings komme er zu anderen Schlussfolgerungen. Im Zentrum von Ignatieffs Kritik sieht Penzel nicht so sehr das Herrschaftsstreben der USA, sondern ihre mangelnde Bereitschaft, beim "Nation-building" auch Risiken einzugehen und zu investieren. Positiv wertet Penzel, dass sich Ignatieff für seinen Essay vor Ort umgesehen und etwa in Bosnien mit UN-Vertretern, in Afghanistan mit Clanchefs gesprochen hat. Allerdings erscheint ihm Ignatieffs Appell für eine "zeitweilige imperiale Herrschaft" der USA im Namen der Neuordnung des Chaos schon wieder "fast überholt".
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