Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. Seit langem trägt Luce sich mit dem Gedanken, der Mutter eine häusliche Pflege zu organisieren doch die wehrt sich mit Händen und Füßen. Anlässlich ihres Weihnachtsbesuchs hat die Tochter sich fest vorgenommen, diesmal nicht klein beizugeben. Der Konflikt spitzt sich zu, als sie die Mutter zu einem für die Senioren des Dorfes veranstalteten Gemeinschaftsessen schleppt, auf dem sie sowohl die erträumte Altenpflegerin als auch, ganz plötzlich, den Mann fürs Leben zu finden hofft. Und das Drama nimmt seinen Lauf: in raschen, mal überspitzten, mal melancholischen Moment aufnahmen. Mit stoischer Zielsicherheit, einem auf jeder Seite aufflammenden Sinn für das Groteske und abgeklärter Furchtlosigkeit entwickelt Rosa Matteucci eine Geschichte, wie jeder sie zu kennen glaubt und wie sie so noch nicht erzählt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2011
Franz Haas legt uns mit Nachdruck zwei Romane von Rosa Matteucci ans Herz, die in seinen Augen bislang längst nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient. Ihr Roman "Mutterherz", 2006 auf Italienisch erschienen, spielt in einer "Welt von herzzerreißender Hässlichkeit" und erzählt von einem quälenden Mutter-Tochter-Verhältnis, erfahren wir. Jedes Wochenende besucht die 42-jährige Luce ihre Mutter in einem Dorf im nördlichen Latium und leidet unter ihrer parasitären Art und der Hässlichkeit ihrer Lebensbedingungen. Das alles wird beschrieben in einer furiosen Erzählweise, einer Kreuzung aus Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek, wie der begeisterte Haas findet. Dass sich auf den letzten Seiten dann doch noch so etwas wie ein Hoffnungsschimmer für die Protagonistin bemerkbar macht, ist Haas allerdings fast "unheimlich", wie er bekennt.
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