Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf. 14. Februar: Am Valentinstag ist New York durch eine Serie von Anschlägen zerstört worden. Die Bevölkerung ist dezimiert, die Behörden sind korrupt, außer Kontrolle geratene bewaffnete Einheiten haben die Macht übernommen. Dewey Decimal, der letzte Verwalter der New York Public Library, bewahrt Stil und Haltung, auch wenn er bis an die Zähne bewaffnet ist. Er war einmal Soldat, mehr weiß er nicht, denn seine Erinnerung ist manipuliert. Seine Fähigkeiten zu kämpfen und zu töten sind optimiert. Sein Sinn für Gerechtigkeit und seine Neurosen haben System. Und sein Sinn für Sprache und Witz ist ein weiterer Bestandteil seines Waffenarsenals. Als er von der Stadtverwaltung auf eine osteuropäische Gang angesetzt wird, beginnt ein Trip durch die apokalyptische Stadtlandschaft, bei dem sich mafiöse Verstrickungen bis in höchste Regierungskreise offenbaren.
Nathan Larsons Debüt "2/14" spielt ein halbes Jahr nach einer nur schemenhaft dargestellten Katastrophe, die sich an einem 2. Februar irgendwann nach 2010 ereignet hat, berichtet Tobias Gohlis. New York wurde anscheinend von Bomben und Epidemien, von Börsencrashs und Marodeuren gebeutelt, weil die Bibliotheken ebenfalls verwüstet sind, lässt sich allerdings kaum etwas konkretes herausfinden, fasst der Rezensent zusammen. Der Mann, den Larson in dieses postapokalyptische New York pflanzt, ist "eine der faszinierendsten Figuren der aktuellen Kriminalliteratur", findet Gohlis: Dewey Decimal erinnert sich nicht an seinen richtigen Namen, auch weiß er nicht, warum er Serbisch und Ukrainisch spricht, außerdem tötet er für den District Attorney Rosenblatt Menschen, so der Rezensent. Dewey ist ein "von fremden Mächten codiertes lebendes und leben wollendes Zitat" von "Hard-boiled-Detektivliteratur und Post-Nine-Eleven-Filmen", erklärt Gohlis.
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