Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Ein Tenor ohne Stimme? Von Alfred von Bary jedenfalls, das lässt uns der Rezensent Albert von Schirnding wissen, existieren außer zwei Schallplatten keine Zeugnisse seiner Kunst. Dass der Wagner-Sänger darüber hinaus auch in den maßgeblichen Werken über die großen Sänger des Jahrhunderts nicht vorkommt, kann Schirnding nun gar nicht verstehen, schließlich hat Bary seine Karriere gleich mit dem Lohengrin begonnen und schon bald den Tristan in Bayreuth singen dürfen. Das ist es dann allerdings auch schon gewesen. Dem Sänger aber war nicht die Stimme, sondern der Sehsinn abhanden gekommen (was ja auch nicht von Pappe ist, wenn den von Klingsor geschleuderten Speer sehen und ergreifen nun mal zur Rolle gehört); Schirnding erklärt das mit deutlichem Mitgefühl. Doch zurück zum Buch. Das, so Schirnding, sei mit seinem reichen Quellenmaterial eine "ebenso lesbare wie wissenschaftlich fundierte Studie" zu einem Kapitel, das aus der Geschichte der Bayreuther Festspiele nicht wegzudenken sei.
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