Gottfried Christoph Beireis (1730-1809), Polyhistor, Professor mit vielen Fachausrichtungen an der Universität Helmstedt, Sammler und Sonderling, Erfinder und Großsprecher, der sich mit der Aura des Adepten, Wundermannes und Hexenmeisters umgab, galt als Kultur-Kuriosum nicht nur seiner Zeit. Viele Zeitgenossen zog er an, darunter auch Dichter wie Goethe, Arnim oder Fouque. Der Band zeichnet ausführlich Arno Schmidts drei Jahrzehnte umspannende Beschäftigung mit Beireis und den durch ihn repräsentierten Typus des gelehrten Polyhistors nach und stellt sie in weitere Kontexte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2011
Gottfried Christoph von Beireis war eine schillernde Gestalt der deutschen Wissenschaft: Großordinarius der Universität Helmstedt, Hofrat und Leibarzt des Herzogs von Braunschweig; er sammelte astronomische Apparate, anatomische Präparate und exotische Naturalien, verfügte angeblich über arkanes Wissen und beherrschte die Alchimie, Goethe und Fouque machten ihm ihre Aufwartung. Angeregt von seiner Frau Alice schrieb Arno Schmidt im Rahmen seiner Fouque-Biografie auch einen Text über Beireis, einen Zeitungsartikel, auf den er allem Anschein nach nicht viel Arbeit verwendete und der nie veröffentlicht wurde. Rudi Schweikert widmet sich der Schmidt'schen Gelegenheitsarbeit nun en detail, und der Rezensent Peter Rawert nennt ihnen einen "Meister der mikrologischen Philologie". Mit Gewinn und Vergnügen ist er Schweikerts Ausführungen gefolgt, die ihn auf Schmidts Flüchtigkeiten, Spekulationen und Mogeleien aufmerksam machten.
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