Aus dem Amerikanischen von Alex Burri. Der Band versammelt erstmals in deutscher Übersetzung Ruth Millikans wichtigste Aufsätze zur Sprachphilosophie. Millikan präsentiert darin unter anderem eine neue Konzeption sprachlicher Konventionen, wonach der Sprachgebrauch nicht durch Regeln bestimmt wird und biologische Funktionen das eigentliche Fundament der Kommunikation bilden. Sie arbeitet eine eigene Theorie der Bedeutung von Eigennamen und empirischen Ausdrücken aus, deutet die Phänomene um, die zu Fregeanischen Bedeutungstheorien Anlaß gegeben haben, und legt eine originäre, an die sinnliche Wahrnehmung angelehnte Erklärung dafür vor, wie Hörer sprachliche Informationen in sprachliches Verstehen verwandeln und warum es Kindern umstandslos gelingt, ihre Muttersprache zu erlernen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2012
Sebastian Rödl nutzt seine Besprechung von Ruth G. Millikans sprachphilosophischen Aufsätzen dazu, uns die problematische Beziehung von Bio und Semantik zu erläutern. Zunächst erklärt er, dass der Band im Grunde schwer verständlich sei ohne die Lektüre von Millikans Hauptwerk von 1984, das allerdings leider nicht auf Deutsch vorliege, wie er feststellt. Eine Lektüreempfehlung sieht anders aus. Was das Bio betrifft, so erklärt er, Millikans Begriffe seien gerade keine biologischen Kategorien. Der Titel des Buches, meint er, führe in die Irre. Über die enthaltenen Aufsätze jedoch sagt das noch wenig.
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