Aus dem Englischen von Joachim Schulte. Seit Jahrhunderten wird in der Philosophie über die Natur der Sprache gestritten. Für die rationalistisch-empiristische Tradition in der Folge von Hobbes, Locke und Condillac ist sie ein Werkzeug, das Menschen erfunden haben, um Informationen auszutauschen. In seinem neuen Buch bekennt sich Charles Taylor zum gegnerischen Lager der Romantik um Hamann, Herder und Humboldt und zeigt, dass der rationalistisch-empiristische Ansatz etwas Entscheidendes übersieht: Sprache beschreibt nicht bloß, sie erschafft Bedeutung, formt alle menschliche Erfahrung und ist integraler Bestandteil unseres individuellen Selbst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2018
Charles Taylor hat in seiner Arbeit zum menschlichen Sprachvermögen alles richtig gemacht, vermutet Rezensent Otfried Höffe. Sein Anliegen sei die Kritik an einem veralteten, "verkürzten" und ignoranten Verständnis von Sprache, das sich bis heute in der Linguistik gehalten habe und gegen das Taylor engagiert, fundiert und verständlich argumentiere, so Höffe. Es werden die beiden fundamentalen Positionen in Bezug auf die Funktion und Funktionsweise der Sprache beschrieben. Dient Sprache nur zum Ausdruck des Gegebenen oder kann sie selbst erschaffen? Taylor entkräftet erstere und verteidigt letztere Position. Leider, bedauert Höffe, umgeht Taylor weiterführende Fragen, bleibt bei der Grundfrage und lässt sich ganz auf die "Diskussionsthemen und Diskursarten" seiner theroetischen Gegner ein, was wahrscheinlich der einzige erfolgssversprechende Weg ist, um diese zu überzeugen, vermutet der Rezensent, der das Buch mit großem Interesse gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2017
Der "vermeintliche Streit der Lager", den Charles Taylor in seinem neuen Buch und Abschlussprojekt seiner vierzigjährigen Forschungsarbeit zur (Sprach-)Natur des Menschen zwischen den Sprachforschern Herder, Humboldt und Hamann auf der einen und Hobbes, Locke und Condillac auf der anderen Seite identifiziert zu haben meint, erscheint dem hier rezensierenden Stuttgarter Philosophieprofessor Philipp Hübl in seiner Plakativität doch ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Taylor gibt sich als "Universalgelehrter", der im Stande ist, die großen Zusammenhänge zu erkennen beziehungsweise herzustellen, wobei unerhebliche Feinheiten und kleinliche Differenzen zu Gunsten des großen Ganzen hintan gestellt werden müssen, so der kritische Rezensent. Die Tendenz zu den großen Zusammenhängen führt seiner Ansicht nach jedoch allzu oft zu Wiederholungen, Geschwätzigkeit und Nachlässigkeiten Taylors, die der Rezensent nicht verzeihen kann.
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