Aus dem Portugiesischen von Nicolai Schweder-Schreiner. Rio de Janeiro in den 50er- und 60er-Jahren: Castros Buch rekonstruiert das Leben der Boheme und die kulturelle Aufbruchsstimmung in Brasilien, als der Bossa nova seinen Siegeszug antrat, der ihn schließlich um die ganze Welt führte. Um dieses Mosaik zusammenzustellen, das die Musikrichtung ebenso wie die damit verbundene Lebenshaltung erklärt, interviewte Ruy Castro 18 Monate lang zahlreiche Augenzeugen und Zeitgenossen: Komponisten, Sänger, Instrumentalisten. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die sich wie ein Roman liest, mit allen dazugehörigen Elementen: Liebe, Leidenschaft und Ablehnung, komische und tragische Ereignisse, Bündnisse und Intrigen. Tragende Rollen spielen dabei unter anderen Tom Jobim, Vinicius de Moraes, Newton Mendonça, Carlinhos Lyra und Elis Regina. Castros Buch ist das Standardwerk über Bossa nova. Erstmals 1990 in Brasilien erschienen, liegt es seit 2001 in einer aktualisierten Ausgabe vor, auf die sich diese deutsche Version stützt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2006
Christian Seidl singt und tanzt vor Freude. Nach fünfzehn Jahren ist endlich Ruy Castros Bossa-Nova-Bibel ins Deutsche übersetzt worden, die laut Seidl selbst in der unverständlichen Originalausgabe auch schon durch die Hände der Fans ging - wegen der erschöpfenden Diskografie als Berater zum Plattenkauf und als Mode-Ratgeber, der vielen Fotos aus den Sechzigern wegen. Nun sei aber auch zu erleben, "wie wunderbar flüssig", ganz der Musik angemessen, Ruy Castro diese Musikrichtung porträtiert. Grundlage ist eine eineinhalbjährige Recherchetour, während der Castro mit fast jedem noch lebenden Heroen der Gattung gesprochen hat. Der Aufwand war nicht umsonst, meint Seidl und preist das Buch als "schillerndes Zeitporträt" und "großartigen Jungsroman" zugleich. Die vom Autor zusammengestellte Begleit-CD mit Beispielen aus allen Entwicklungsphasen ist da nur das Sahnehäubchen auf einem offenbar unverzichtbaren Werk für alle Bossa-Nova-Interessierten.
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