Sabine Scholl

Sehnsucht Manhattan

Literarische Streifzüge durch New York
Cover: Sehnsucht Manhattan
Patmos Verlag, Düsseldorf - Zürich 2004
ISBN 9783538071742
Gebunden, 254 Seiten, 20,50 EUR

Klappentext

Ein Streifzug durch sämtliche Stadtviertel, von der Südspitze Manhattans bis in die Bronx, von Brooklyn bis Queens. Ein Stadt- und Literaturführer von den Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. So vielfältig wie ihre Erscheinungen, von Ellis Island bis in die Bronx, sind auch die Bedeutungen, die man New York zuschreibt. Die tatsächliche Stadt ist daher von der fiktionalen nicht mehr zu trennen. Diese These verfolgt Sabine Scholl auf den Spuren von Poe, Melville und Whitman, Wharton, Parker und Morrison, den Beats, Baldwin, Auster u.v.a. Sie besucht ihre Arbeits- und Wohnorte, Treffpunkte, Bars und Bibliotheken und entwirft ein Bild der Literaturstadt New York. In eigenen Kapiteln werden die zahlreichen Exilanten und Gäste, die junge Literaturszene von heute, die ersten literarischen Reaktionen auf den 11. September 2001 behandelt. Spannung und Faszination vermittelt die Darstellung der jüdischen Einwandererkreise, des Latino NY in Spanish Harlem, der Getto-Kultur und weiterer Orte und Szenen. New York bewahrt ganze Welten und ist doch eine Stadt ohne Gedächtnis.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

"Nicht gerade einfach" findet es die Rezensentin Eva-Elisabeth Fischer, sich in Sabine Scholls "literarische Streifzüge" durch New York einzulesen. In der Tat begegnen dem Leser zu viele Namen, als dass er sich auf Anhieb zurechtfinden könnte, und zu wenige persönlich erlebte Geschichten (was daran liegt, dass es um große New Yorker Literaten geht, und die Autorin größtenteils zu jung ist, um je mit ihnen gesprochen zu haben), als dass er sich nicht streckenweise langweilen würde. Scholl vermeide es, "selbst in Erscheinung zu treten", was sie damit rechtfertige, erklärt Fischer zweifelnd, dass es von New York "sowieso kein reales, sondern nur ein fiktives Bild gibt". Doch mit zunehmender Lektüre, so die Rezensentin einlenkend, gestaltet sich das Buch "spannender" als erwartet. Scholls Streifzüge, die Autorenvita und Zitate verbinden, führen sie durch das literarische "uptown", und bis in die Außenbezirke "von A wie Allen, Woody, bis Zappa, Frank". Alles in allem ergibt dies für die Rezensentin ein "naturgemäß höchst widersprüchliches Bild" des "hoffnungslos disparaten Konglomerats" New York. Doch genauso hoffnungslos sei derjenige in diesem Buch verloren, der seine Autoren nicht kenne.
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