Eine Wienerin in New York City - nach Romanen und einem Gedichtband erscheint von Andrea Grill nun ein Band mit Reise-Essays, die allesamt in und um New York herum spielen. Aber eigentlich schreibt hier nicht nur eine Wienerin, sondern jemand, der sich zeitlebens als New Yorkerin gefühlt hat. Andrea Grill nimmt uns mit auf ihre Reise. Sie stellt uns Menschen vor, denen sie begegnet ist, und berichtet Ereignisse, die sie miterlebt hat. So erfährt man einiges über das Leben in dieser ewig faszinierenden Stadt und gleichzeitig - wie es dem Ideal des Reisens entspricht - sehr vieles über die Person, die reist. Wie filmische Short cuts reihen sich die Episoden der Porträtierten zu einem bunt gewürfelten Ganzen. "Liebesmaschine N.Y.C." ist die Liebeserklärung einer Schriftstellerin an eine Stadt, die einen in ihren Rhythmus und ihre Lebendigkeit hineinzieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2012
Beate Tröger warnt ehemalige New York-Besucher davor, leichtfertig Andrea Grills "Liebesmaschine N.Y.C." zu lesen - das Risiko, in sehnsüchtiges Fernweh zu verfallen, sei sehr hoch. Eigentlich hatte Tröger gedacht, dass inzwischen der "Assoziationsraum New York" erschöpft sei. Sie zeigt sich aber positiv überrascht vom Anlauf der Autorin, dem Mythos vom großen Apfel in neunzehn Episoden neues Leben einzuhauchen. Die Geschichten sind entstanden, nachdem Grill eine Gastprofessur in New Jersey abgeschlossen hatte, weiß die Rezensentin. Der Blick aus der Ferne scheint der Autorin gut getan zu haben, meint Tröger. Besonders hat ihr das Porträt der "vier mal 21 Jahre alten" Psychoanalytikerin Erika Freeman gefallen. Die werde bei Grill zu einem "schillernden Wesen", lobt Tröger.
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