Les dîners de Gala - Salvador Dalís 1973 erstmals erschienenes Kochbuch bietet alle Zutaten zu einem surrealen Tafelvergnügen: Mit klassischen Rezepten führender Pariser Restaurants wie La Tour d'Argent und Maxim's, eigens angefertigten Illustrationen von Dalí, einem Füllhorn surrealen Wortwitzes und einem besonderen Kapitel über Aphrodisiaka ist dieser Band zugleich Kunstwerk, praktisches Kochbuch und ein Stück multisensorischen Vergnügens.
Die hier rezensierende israelische Künstlerin Tal Sterngast freut sich über die Neuauflage von Salvador Dalis "Diners mit Gala". Wenn die Kritikerin neben den Rezepten, den Fotografien von geradezu "neobarock" angeordneten Speisen oder den Reproduktionen der Bildausschnitte, etwa von Gemälden Hieronymus Boschs, vor allem durch die Illustrationen und Bilder Dalis blättert, kann ihr der Künstler und selbstinszenierte "Meister der Triebe und Sehnsüchte" eindringlich und plastisch vermitteln, wie nahe die "delikate" und die "abstoßende, ekelerregende" Komponente des Essens nebeneinander liegen. Überhaupt entdeckt die Rezensentin in diesem faszinierenden Buch, in dem Dali die Verbindung von Essen und Geschlechtsverkehr, Genuss und Gewalt feiert, so viel Verdrängung und Sublimation, das sie das Werk auch als Kommentar auf die Realität des Jahres 2016 liest, in dem mit Donald Trump eine neue "Phase der Evolution in Richtung des Animalischen" eingeläutet wurde.
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