Aus dem Englischen von Regina M. Schneider. Im März des Jahres 1967 sagt der Telefonist Alan Hencher einen Flugzeugabsturz im Mittelmeerraum mit 123 oder 124 Toten voraus. Genau 30 Tage später wird eine Bristol Britannia am Flughafen Nikosia, Zypern, in den Boden geflogen. 124 Menschen sterben sofort. Diese wahrgewordene Prophezeiung ist der erste von vielen "Erfolgen" des "Büros für Vorahnungen", das in den 1960er Jahren unter der Leitung des Psychiaters John Barker Vorahnungen, Prophezeiungen, Träume und Visionen zahlreicher Menschen sammelt, um sie wissenschaftlich nutzbar zu machen. Denn Alan Hencher ist nicht der einzige beunruhigend Begabte unter den Informanten des Büros …Sam Knights Buch bewegt sich zwischen Schicksal und Zufall, lotet die Grenzen der Wissenschaft und unseres Verstandes aus - und konfrontiert uns mit unserer ureigenen Angst vor dem Paranormalen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2024
Mit diesem Band hat Sam Knight ein interessantes und unterhaltsames Sachbuch geschrieben, findet Rezensent Oliver Jungen. Darin geht der Journalist der Geschichte des in den sechziger Jahren in London angesiedelten Projekts einer Sammelstelle für Visionen und Prophezeiungen unter der Leitung des Psychiaters John Barker nach. Letzterer begriff seine Auswertung von Einsendungen zu vorgeahnten Ereignissen als wissenschaftliche Studie und glaubte, so der Rezensent, fest an die Erforschbarkeit des Übersinnlichen. Schwachstellen hat Knights Buch, so der Rezensent, wo es sich dem bedeutungsschwangeren Tonfall seines Gegenstands annähert oder etwas pathetisch vorhergesehene Unglücksfälle nacherzählt. Als kurzweilige Darstellung einer wenig bekannten Einzelpersönlichkeit sowie als aussagekräftige Studie über die anhaltende gesellschaftliche Bereitschaft zum Glauben an das Übersinnliche weiß Jungen das von Regina M. Schneider übersetzte Buch jedoch zu schätzen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.04.2024
1966 eröffnet der britische Psychiater John Barker das "Büro für Vorahnungen", als Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses, lernt Katharina Teutsch aus diesem Buch. Barker beschäftigte sich mit Fällen, in denen Menschen so genaue Voraussagen für unvorhersehbare Ereignisse machten, dass sie das Übersinnliche zu streifen schienen. Zumeist waren es Unglücksfälle, wie ein Erdrutzsch in Wales, der ein ganzes Dorf zerstörte, oder ein kleines Mädchen, das seinen eigenen Tod voraussagte. Barker versuchte in seinem "Büro" diese Ereignisse wissenschaftlich zu deuten, erzählt Teutsch, die das Buch zunächst "wahnsinnig spannend" fand, sich aber gewünscht hätte, Autor Sam Knight wäre etwas systematischer vorgegangen. Am Ende ist sie nicht mal schlauer.
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